300 Kindergartenkinder aus dem Wolfhager Land besuchten die Dienststelle in Wolfhagen

Auf Tuchfühlung mit der Polizei

Umgang mit dem Funkgerät: Polizeihauptkommissar Hartmut Wolf mit Kindergartenkindern aus Naumburg. Welchen Notruf sie wählen müssen, wussten die Kinder ganz genau. Fotos: Wüllner

Wolfhagen. Ein bisschen aufgeregt waren sie schon, die angehenden Schulkinder der Kindergärten aus dem Wolfhager Land. Sie waren zu Besuch bei der Polizei in Wolfhagen und durften alles erkunden. Die Wache, die Zelle, die Dienstwagen der Polizei. Auch in diesem Jahr öffnete die Dienststelle wieder ihre Pforte für insgesamt 300 Kinder an zwei Tagen, aufgeteilt in 150 Kinder pro Tag. „Die Kinder sind der eigentliche Reichtum unserer Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der schwierigen demografischen Entwicklung kommt dieser Erkenntnis eine ganz besondere Bedeutung zu“, sagte Erster Polizeihauptkommissar Volker Pieper, der die Dienststelle in Wolfhagen leitet.

Deshalb sei es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich so gut als möglich um den Nachwuchs zu kümmern. „Wenn wir als Polizei dabei ein klein wenig mithelfen können, tun wir das sehr gern“, sagte Volker Pieper. Das wurde auch deutlich beim Umgang mit den Kindern. Geduldig und mit viel Einfühlungsvermögen nahmen die Beamten die Kinder sozusagen an die Hand. Polizeihauptkommissar Hartmut Wolf zeigte den jungen Gästen, wie ein Funkgerät bedient wird. Welchen Notruf die Kinder wählen müssen, wussten alle. Die Notrufnummer 110 (Polizei) und die 112 für die Feuerwehr riefen sie im Chor. Und einige wussten auch ihre Anschrift und sogar die Telefonnummer.

Nach dem erfolgreichen Absetzen des Notrufes wurde die Wache ins Visier der Kinder genommen. Besonders die viele Technik begeisterte die Kinder. Etwas mulmig wurde es einigen, als es in Richtung der Zellen ging. Doch Jugendsachbearbeiter Rüdiger Amstutz (Polizeioberkommissar) bewies erneut sein Einfühlungsvermögen. Mit ihm fühlten sich die Kinder sicher.

Hotzi hat den Ball geklaut

Mit einem Augenzwinkern berichtete Amstutz vom Sohn des Räuber Hotzenplotz „Hotzi“, der in der Zelle saß, weil er einen Fußball geklaut hatte. „Hotzi“ ist in Wirklichkeit Amstutz’ Sohn Felix, der gerade als Fachoberschul-Praktikant bei der Polizei arbeitet.

„Warum hast du denn den Fußball geklaut?“, wollte eines der Kinder wissen. „Ich hatte kein Geld, um mir einen zu kaufen“, sagte Hotzi. „Du kannst dir auch einen Ball von mir leihen“, sagte das Kind – „vorbildlich“, lobte Rüdiger Amstutz. Ganz gespannt lauschten die Kinder dann dem Märchen von Polizeioberkommissarin Bettina Stippich.

Auf dem Außengelände der Polizei wurde das Überqueren einer Straße mit Blick nach links-rechts-links geübt und die Dienstwagen unter die Lupe genommen. Natürlich fehlte am Ende auch nicht das eingeschaltete Blaulicht mit Signalton.

„Die Kinder sind sehr aufgeschlossen und machen gut mit“, sagten die Beamten sichtlich begeistert.

Von Monika Wüllner

Quelle: HNA

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