Georg Leidebrand entwickelte Ökoenergietrommel, um mobil Wasserkraft zu nutzen

Tüfteln für neue Energien

Mit Solarmodellauto: Der gescheite Tüftler Georg Leidebrand entwickelte in 20-jähriger Forschungsarbeit ein Patent, um Strom auch an kleinen Flüssen erzeugen zu können. Foto: Grede

Wasenberg. Mitte der 1980er Jahre kam Georg Leidebrand aus Wasenberg bei einem Besuch der Dernmühle in Wiera die Idee, die Kraft des Wassers zur Energieerzeugung zu nutzen. Nach 20 Jahren Entwicklungszeit meldete er 2006 seine Ökoenergietrommel zum Patent an.

„Wasserkraft ist, im Unterschied zu Sonne und Wind, ständig verfügbar und kann 24 Stunden am Tag und annähernd 365 Tage im Jahr an geeigneten Standorten zur Stromproduktion genutzt werden“, sagte der 65-Jährige. Ihm schwebte von Beginn an eine Lösung vor, mit deren Hilfe auch kleinere Fließgewässer genutzt werden können, um damit Wasserkraft auch in der breiten Fläche zu ermöglichen.

Alternative zu Solar

Gleichzeitig war es Georg Leidebrand wichtig, eine Maschine zu entwickeln, die sich in Flora und Fauna einfügt. Erklärtes Ziel des Tüftlers war es sowohl Energiegewinnung nachhaltig und ressourcenschonend zu gewährleisten, als auch eine Alternative gegenüber den bekannten Solarmodulen anzubieten.

Die Funktionsweise seiner Erfindung erklärte Georg Leidebrand: Das Prinzip der Ökoenergietrommel basiert auf der archimedischen Schraube. Sie besteht aus einem Rohr mit einer Welle in seinem Mittelpunkt. Die Welle ist durch Flügel mit dem sie umgebenden Rohr verbunden. Die Flügel sind in ihrem Verlauf gebogen – wie ein Korkenzieher. Länge und Durchmesser des Rohres sowie die Anzahl der Flügel ändern sich mit der Breite des Flusses. „Wird die Oköenergietrommel von Wasser durchströmt, dreht sie sich um sich selbst, und setzt ihr gesamtes Gewicht als Schwungmasse ein.“ Mithilfe eines Riemens wird ein Generator angetrieben, der Strom erzeugt.

Der Prototyp hat ungefähr die Größe einer Regentonne und erreicht eine Leistung von fünf bis zehn Kilowatt. Die kompakte und mobile Maschine kann in kleinen Flüssen und Bächen zur Energiegewinnung eingesetzt werden, um so beispielsweise um Mühlen und Campingplätze mit Strom zu versorgen. „Es ist auch möglich, Akkus für Elektroautos zu laden und Wasserstoff für Brennstoffzellen zu erzeugen“, betonte der Erfinder.

Probephase ab 2013

Unterstützt durch Fördermitteln des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern geht die Schwälmer Erfindung ab Sommer 2013 in die Langzeiterprobung im Wallensteingraben bei Wismar. Erklärtes Ziel ist die industrielle Fertigung des innovativen Kleinkraftwerks. Mit der in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Firma Fas Schwanheide gewann Leidebrand ein Unternehmen, das mithilfe der kleinen Ökoenergietrommel 20 Arbeitsplätze schaffen möchte.

Doch der pfiffige Schwälmer Erfinder ist mit seinen Gedanken schon einen Schritt weiter. Zurzeit beschäftigt er sich mit einem Gezeitenkraftwerk, um auch in größeren Maßstab alternative Lösungen für die Gewinnung regenerativer Energien zu finden. Damit möchte er seinen Teil zur Energiewende leisten.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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