Spielerisch aufklären: Brandschutzerziehung in Kindergärten im Wolfhager Land

Was tun, wenn’s brennt?

Was drin steckt: Um ihnen die Angst vor der monströsen Außenansicht zu nehmen, zeigt Björn Lubach den Kindern in Sand, dass in der Ausrüstung der Feuerwehr ganz normale Menschen stecken, manchmal sogar ein Nachbar. Fotos: Junker

Wolfhager Land. Felix (6) krabbelt stolz auf den Fahrersitz des großen Löschfahrzeuges vor dem Feuerwehrhaus in Ippinghausen. Arme und Beine sind für Lenkrad und Kupplung zwar noch viel zu kurz, aber er schaut fröhlich winkend aus dem Fenster.

Felix ist eines von 14 Vorschulkindern aus dem Evangelischen Kindergarten Unterm Regenbogen, die in der vergangenen Woche an der Brandschutzerziehung der Feuerwehr teilnahmen.

Die Sechsjährigen erfuhren, wie man Brände vermeidet, welche Gefahren im Alltag lauern und was die Feuerwehrleute machen. Auch, wie man sich verhalten soll, wenn es wirklich einmal brennt. Mit einer speziellen Anlage wurde geübt, wie und mit welcher Telefonnummer ein Notruf abgesetzt wird und was die Menschen in der Leitstelle wissen müssen, um Hilfe schicken zu können.

Die Kinder schauten auch einen kurzen Film an. Der zeigte und erklärte viele Dinge zum Thema Feuerwehr und ihre Ausrüstung, ähnlich der Sendung mit der Maus.

Drei Stunden an drei Tagen spielten und lernten die Mädchen und Jungen im Feuerwehrhaus mit Jan-Hendrik Tripp (19) und Holger Deimel (45) aus Wenigenhasungen. Die beiden Männer gehören zur Abteilung Brandschutzaufklärung der Freiwilligen Feuerwehren in Wolfhagen. Wie die anderen aus dem Team haben sie in ihrer Freizeit alle Kindergärten der Stadt besucht.

Dazu gehörte auch der Kindergarten Sonnenbogen in Niederelsungen, wo den Kindern unter anderem auch die Fluchtwege im Kindergarten gezeigt und erklärt wurden. Bei einer echten Brandschutzübung mit allen Kindern des Kindergartens lernten die Kleinen, wie sie sich im Notfall zu verhalten haben.

Die Brandschutzaufklärer in Bad Emstal übten in Sand eine ganze Woche lang täglich vier Stunden mit den Kindergartenkindern aus dem Hummelnest und der Zwergenhöhle, der Förderverein spendierte das Frühstück.

„Mit Vor- und Nachbereitung brauchen wir für die Brandschutzerziehung jeweils sechs Stunden pro Tag“, sagt Björn Lubach, Leiter des Teams. Bei sechs Leuten kämen da schnell 200 Stunden zusammen, die in Freizeit und Urlaub geleistet würden.

Aber Feuer sei eben nützlich und gefährlich. Oft fehle gerade im privaten Bereich, im Haushalt, das entsprechende Brandschutzbewusstsein. Viele Ursachen für Brände könnten vermieden werden, die materiellen Schäden und persönlichen Folgen für die Betroffenen ließen sich oft einfach verhindern.

Die Aufzählung der Beispiele für Fahrlässigkeit ist lang: Überlastete elektrische Leitungen, Kaffeemaschinen im Dauerwarmhaltemodus, vergessene Zigaretten oder Bügeleisen, falsch gelagerte Gasflaschen und Haushaltsreiniger und vieles mehr.

Der brennende Adventskranz gehört ebenfalls dazu, wenn auch mit zeitlicher Begrenzung. „Aber mit Feuer spielende Kinder haben das ganze Jahr Saison“, sagt Lubach, die Faszination Feuer übe auf Kinder aller Altersgruppen eine magische Anziehungskraft aus, selbst Zweieinhalbjährige fackelten bereits die Wohnung ihrer Eltern mit einem Feuerzeug ab.

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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