A 49- Bauwerk

Tunnelanschlag bei Frankenhain

Schwalmstadt. Hunderte säumten die gewaltige Baugrube, als am Ende das Warnsignal ertönte, gefolgt vom Krachen einer Sprengung. Die Menschen des kleinen Hugenotten-Dorfs Frankenhain werden sich an diesen Lärm gewöhnen müssen.

Tag und Nacht, rund ums Jahr wird ab jetzt an dem Autobahntunnel gebaut, bis zum Durchstich an der Nordseite 2015. Dann wird es wieder eine bisweilen bewegende Feier mit Gebeten und Segnung geben.

Die wollten sich am Montag wohl über 500 Menschen nicht entgehen lassen, nicht nur Polit- und Behördenprominenz von nah und fern strömte zur gewaltig aufragenden Spritzbetonmauer, die einmal das Südportal des Bauwerkes bilden wird. Es wird am Ende 80 Mio. Euro kosten. Schon jetzt haben die Mineure der Arbeitsgemeinschaft Marti/Bunte (Schweiz/Deutschland) die vor Kurzem noch sanft gewellte Landschaft über dem Diakoniezentrum Hephata in eine gigantische Kuhle aus roter, lehmiger Erde verwandelt. Durch die stapfte Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) in gelben Gummistiefeln zum dunklen Anzug.

Nicht der qualifizierte Abschluss der Autobahn bei Treysa sei das Ziel, sondern der Durchbau bis zur A 5. „Struktur“ war der Begriff, mit dem auch seine Rede gespickt war. Die Lage Hessens in der Mitte Deutschlands mache das Land zu dem mit den höchsten Löhnen und der geringsten Arbeitslosigkeit. Der Lückenschluss bedeute wirtschaftliche Stärkung, und „man ist ihn den Menschen der Region schuldig“, sagte der Nachfolger von Dieter Posch.

Deutlich wurde der Berliner Staatssekretär Mücke, der Verkehrsminister Ramsauer vertrat („er wäre sehr gern selber gekommen“). Er dankte ausdrücklich den fleißigen Steuerzahlern. Sie sollen die 570 Mio. Euro für die restlichen 43 Kilometer bezahlen: „Wenn Sie für Infrastruktur sind, haben Sie demnächst die Gelegenheit“, rief Mücke den Zuhörern im Superwahljahr zu, „Sie wissen, was Sie zu tun haben“. Der Bund werde die Autobahn weiter finanzieren und fertig bauen.

Tunnelanschlag bei Frankenhain

Quelle: HNA

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