Wie eine Tupperparty für Männer

Brauwerkstatt Malsfeld: Bierliebhaber dürfen selbst ran 

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Prosit: Mit dem ersten Glas Eröffnungssud aus der neuen Brauwerkstatt stießen Brauereichef Frank Bettenhäuser, Braumeister Klaus Peter Reinl und Architekt Ralf Salzmann, von links, gestern an.

Malsfeld. Kein Scherz: Wer sich ein Bier in Richtung Schokoladen- oder Kaffee-Geschmack wünscht, kann es sich selbst brauen. Nach 14-monatiger Planungszeit und Investitionskosten von rund 150.000 Euro ist am Freitag in der Brauerei Malsfeld die Brauwerkstatt eröffnet worden.

Hier wird man an nur einem Tag zu einem wahren Braumeister. Schritt für Schritt lernt man unter fachkundiger Anleitung, wie man aus Wasser, Hopfen und Malz sein flüssiges Gold selbst herstellt.

Gruppen von zehn bis 15 Personen (Mindestalter 16 Jahre) übernehmen alle Arbeiten des Brauers. In sechs bis sieben Stunden entsteht die gewünschte Spezialität, die man sich fünf Wochen später in Zwei-Liter-Flaschen im Brauhaus Knallhütte abholen oder vor Ort in geselliger Runde verkosten kann.

Brauereichef Frank Bettenhäuser sprach vor Handwerkern und Mitgliedern des Fördervereins Brauerei Malsfeld von einer Tupperparty für Männer. Natürlich sind beim Erlebnis-Brauen auch Damen willkommen. 99 Euro kostet der Spaß pro Person.

Die Brauwerkstatt entstand über dem Brauereimuseum, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. In kurzer Zeit sei sehr viel Flexibilität bewiesen worden, sagte Bettenhäuser gestern. Für das Ergebnis dankte er dem Förderverein, den Genehmigungsbehörden, Raf Salzmann und seinem Team vom Architekturbüro A 1, den Handwerkern sowie Braumeister Klaus Peter Reinl und seiner Mannschaft.

Die Förderung der Bierkultur steht für Bettenhäuser an erster Stelle. In der kleinen Brauerei wolle man den vielen Bierinteressenten das Handwerk des Bierbrauens näher bringen. Das Brauverfahren sei traditionell. In die Zukunft gerichtet seien Ausrichtung und Aufgaben der Brauwerkstatt. Der Chef verspricht spannende Erlebnissude: Die Brauinteressierten legen selbst Hand an. Ob Entwicklung der eigenen Biermarke, einmaischen, läutern, kochen, ermitteln der Stammwürze, austrebern und Gestaltung des eigenen Etiketts - nach dem Brauseminar sind dies alles keine Fremdworte mehr für die Teilnehmer, sagt Bettenhäuser. Der gestern präsentierte Eröffnungssud war ein Spezial-Weizenbier mit einem schönen, dunklen Schaum. „Sehr süffig”, lautete das Urteil der Genießer.

Pils und Weizen sind nach den Worten des Brauereichefs die Renner beim deutschen Biertrinker. Neben diesen Typen gebe es mehr als 100 Bierstile, 200 verschiedene Hopfensorten und mindestens 50 verschiedene Malzsorten. Bettenhäuser: „Damit sind wir in der Lage, mehr Vielfalt zu bieten als zum Beispiel die Winzer. Wir sind viel, viel vielseitiger als die Winzer.“ Ziel der Brauwerkstatt sei, hochwertige Bier-Raritäten in kleinen, begrenzten Mengen zu brauen - natürlich innerhalb des Reinheitsgebotes. Das beliebte Hessische Löwenbier wird weiter in Malsfeld gebraut, sagte Bettenhäuser auf HNA-Anfrage.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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