Vor 60 Jahren begann der Wiederaufbau der Werkeler Kirche

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Richtfest an der Werkeler Kirche: Im November vor 60 Jahren wurde der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Kirche gefeiert.

Werkel. Die Kirche in Werkel wurde vor 60 Jahren wieder aufgebaut. Doch die Geschichte des Kirchturms geht viel weiter zurück: Er steht schon seit fünf Jahrhunderten fest an seinem Platz, obwohl die Welt um ihn herum manchmal ins Wanken geriet.

Er war nicht zu erschüttern, der im Jahr 1508 erbaute Turm, weder im 30-jährigen Krieg, als das Kirchenschiff total abbrannte, noch während des Angriffs auf Werkel am 31. März 1945 als der 36 Meter hohe Turmhelm, die Glockenstube und der Chorraum im Untergeschoss ein Raub der Flammen wurde.

Arg ramponiert ragte er aus den Trümmerbergen wie ein Fels. Das 1708 erbaute Kirchenschiff wurde komplett zerstört. Der alte Kirchhof, einer der ältesten in der Region, durch Bombentrichter verwüstet. Das halbe Dorf lag in Schutt und Asche.

Die Grundsteinlegung: Am 5. August 1951, heute vor 60 Jahren, begann der Wiederaufbau der Kirche.

Nachdem die meisten Wohnhäuser, Scheunen und Ställe unter großen Mühen aufgebaut waren, wollten die Werkeler endlich auch ihre Kirche wieder haben. Das größte Problem war jedoch das fehlende Geld. Zunächst wurden in der eigenen Gemeinde Spenden gesammelt, dann bat Pfarrer Walter Goosmann in einem Spendenaufruf die Gemeinden des Kirchenkreises dringend um Hilfe. Es kam eine stattliche Summe zusammen, aber die reichte bei weitem nicht aus, denn der Neubau der Kirche wurde mit 100.000 Mark veranschlagt.

Trotz aller Schwierigkeiten wurde der 5. August 1951 ein großer Tag für die Menschen in Werkel. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde der Grundstein für das neue Gotteshaus gelegt, und schon drei Monate später, am 7. November 1951, wurde das Richtfest groß gefeiert. 1953 konnten die Werkeler endlich wieder zum Gottesdienst in ihre Kirche gehen. (nh)

Quelle: HNA

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