Auf 27 Meter hohem Pfeiler

Turmfalken sollen bald unter der Helterbachtalbrücke nisten

Felsberg. Die Bauarbeiten an der A7-Helterbachtalbrücke bei Felsberg laufen auf Hochtouren. An den Brückenpfeilern hat der Naturschutzbund jetzt zwei Nistkästen für Turmfalken angebracht.

Wie gut, dass Turmfalken nicht lärmempfindlich sind. Sonst würden sie die neuen Nistkästen unter der Helterbachtalbrücke wahrscheinlich links liegen lassen, denn über die Brücke der Autobahn 7 bei Felsberg rollen täglich 80.000 Fahrzeuge - und machen einen Höllenlärm. „Das macht den Turmfalken aber nichts aus“, versichert Otto Gerhold vom Naturschutzbund (Nabu) Unteres Edertal. „Die Vögel nisten ja zum Beispiel auch gern in Kirchtürmen, wo es beim Glockenläuten unerträglich laut wird.“

Als Gerhold vom Neubau der maroden Helterbachtalbrücke erfuhr, kam ihm schnell der Gedanke, dass die Brückenpfeiler ein idealer Nistplatz für Turmfalken sein könnten: hoch gelegen und geschützt vor Wind und Wetter. „Man kann solche Kästen nur noch an öffentlichen Bauwerken aufhängen“, erklärt er, „Privatleute wollen meist keine Nistkästen an ihren Häusern haben.“

Gute Aussicht für die Turmfalken: In 27 Metern Höhe haben die Greifvögel vom Nistkasten aus die Umgebung voll im Blick. Otto Gerhold vom Naturschutzbund Unteres Edertal steht auf einem schmalen Gerüst, das am Brückenpfeiler entlang führt – um dort hinzugelangen, muss man erst durch den Bauch der Brücke laufen und dann über Leitern zu den Pfeilern hinunterklettern. Im Hintergrund ist ein weiterer Brückenpfeiler mit Gerüst erkennbar – auch dort ist ein Nistkasten angebracht. Fotos: Féaux de Lacroix

Deshalb wandte sich Gerhold an Hessen Mobil, die der Idee auch sofort zustimmten. Es komme häufiger vor, dass an Brücken Nistkästen für Vögel montiert würden, sagt Dietrich Brossok von Hessen Mobil auf HNA-Anfrage.

Die vielbefahrene Autobahn in unmittelbarer Nähe stelle keine Gefahr für die Turmfalken dar, erklärt Otto Gerhold: „Auf der Autobahn kommen vor allem größere Greifvögel zu Tode, die auf der Fahrbahn landen, um von herumliegenden Tierkadavern zu fressen.“ Turmfalken hingegen seien keine Aasfresser sondern jagten ihre Beute - überwiegend Mäuse - auf Feldern.

In Begleitung von Bauleiter Philipp Louven und Polier Sven Zimmermann montiert Otto Gerhold zwei Kästen an zwei der 27 Meter hohen Brückenpfeilern - einen auf der rechten, einen auf der linken Seite der Brücke. Gerhold lässt nur deshalb zwei Nistkästen anbringen, damit die Turmfalken mehr Auswahl haben und sich für den Kasten entscheiden können, dessen Lage ihnen besser gefällt. Beziehen werden die Vögel auf jeden Fall nur einen der Kästen - dann ist das Revier besetzt, ein weiteres Vogelpaar in unmittelbarer Nähe würde nicht geduldet.

Wenn ein Turmfalkenpaar einen der Kästen annimmt, könnten sie dort noch in diesem Frühjahr ihr Lager aufschlagen und im Laufe des Jahres ihre Jungen dort aufziehen.

Quelle: HNA

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