125 Jahre Tuspo Ziegenhain: Mitglieder bereiten Familiensporttag und Chronik vor

Turner zahlten Strafgeld

Endspurt: Präsident Thomas Schrammel (links) mit dem Festausschuss. Foto: Rose

Ziegenhain. Bewegte Zeiten liegen im besten Wortsinne tatsächlich hinter dem Tuspo Ziegenhain, der Ende August auf 125 Jahre Vereinsgeschichte zurück blickt. Seit Monaten ist der Festausschuss mit den Planungen fürs Jubiläumswochenende beschäftigt. Ihrem Motto „Wir bewegen uns“ wollen die Ziegenhainer nämlich auch weiterhin alle Ehre machen.

Derweil rühren die Sportler mächtig die Werbetrommel: Auf Bannern, Plakaten und T-Shirts soll bald ein Jubiläumslogo prangen, am kommenden Wochenende präsentieren sich einige Mitglieder beim Umzug der Salatkirmes. Einen Hauch Nostalgie soll beim Familiensporttag wieder aufleben. „Ehemalige, namhafte Oberligaspieler des Tuspo und des VfB Schrecksbach aus den glorreichen 1980er-Jahren werden mit von der Partie sein“, erklärt Präsident Thomsa Schrammel.

Zu Beginn ging’s streng zu

Dabei ging es gerade zur Zeit der Gründung 1886 recht streng zu: Denn als man 1891 bei der Kassenprüfung einen Verlust von zehn Pfennigen feststellte, wurde eine außerordentliche Versammlung einberufen. Darin beschloss man, auf die Erstattung durch den Schatzmeister zu verzichten. Zucht und Ordnung herrschte auch, als bei einer Vereinsveranstaltung ein Defizit entstand. Die Mitglieder enrichteten einen Betrag von 20 Pfenningen – aufgeteilt in zwei bequeme Monatsraten.

Aus der eigenen Tasche zahlten Mitglieder auch das Fernbleiben von der Turnstunde. Mit bis zu 50 Pfennig konnte das unentschuldigte Fernbleiben geahndet werden. Überraschenden Geldsegen gab es 14 Jahre nach der Gründung: Damals öffnete man eine Sammeldose, die all die Jahre lang bei Versammlungen auf dem Tisch gestanden hatte. Der Inhalt betrug 21 Mark.

Kein Geld für Fahrkarten

Große Erfolge feierten in den 1920er-Jahren die Turner. Mit der in der Heimat gelösten Fahrkarte reiste die Musterriege 1923 zum Turnfest nach München. Die Inflation schritt jedoch so schnell voran, dass den Turnern das mitgenommene Bargeld nicht ausreichte, als sie die Fahrkarten für die Heimreise kaufen wollten. Leiter Ernst Ihle traf durch Zufall den Ziegenhainer Jean Heder, der auf geschäftlichem Wege der Turnerauswahl die notwendigen „Millionen“ besorgte.

Für große Erheiterung sorgen immer wieder auch die Mitgliedausweise des Tuspo. In den 1930er-Jahren war darauf zu lesen: „Durch die sportlichen Übungen wird der Leib mit der Seele geübt, dass weder das Rauhe noch das Weiche siegen und keine Zwietracht aufkommen kann. Der Leib wird gebildet, geschmeidig, gestärkt und ermüdet und üppige Gelüste verlieren viel von ihrem Stachel.“ Mehr Amüsantes und Kurioses ist pünktlich zum Jubiläum in einer umfangreichen Chronik zu lesen, mit dessen Recherche die Mitglieder gerade beschäftigt sind.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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