Romy Hildebrandt und Jörg Lehmann boten in Fritzlar musikalisches Kabarett

Es tut nur im Mai weh

Alte Lieder ganz neu interpretiert: Jörg Lehmann und Romy Hildebrandt bei ihrem Auftritt im Scala-Varieté in Fritzlar. Foto: Büchling

Fritzlar. Frauen im Klimakterium sollten ihre überschüssige Körperwärme als Ein-Euro-Jobber sinnvoll nutzen und sie gegen Bezahlung abgeben. Diese und andere merkwürdige Ratschläge hatten Romy Hildebrandt und Jörg Lehmann parat. Im Fritzlarer Scala-Varieté trat das Kabarett-Duo mit seinem Programm „Wenn der Notenkopf errötet“ auf.

Dem Titel entsprechend standen viele Musikstücke auf dem Programm, die die beiden Künstler mit viel Sinn für Wortspiele und Schabernack umgedichtet hatten. Von Frank Sinatras „My Way“ gab es eine deutsche Variante, in der folgende Zeile dem Original eine ganz besondere Wendung gab: „Der linke Zeh tut nur im Mai weh.“

In den letzten Zügen

Die Deutsche Bahn wird immer gerne als Ziel von Spöttereien genommen. „Die Bundesbahn will an die Börse, auch an Ihre“, verkündeten die Kabarettisten mit Blick auf die Fahrkartenpreise und empfahlen, der Verkehrskonzern möge doch auch Sterbebegleitung anbieten; Motto: „Bei uns liegen sie in den letzten Zügen.“

Schön waren auch die Übersetzungen deutscher Volks- und Kinderlieder ins Behördendeutsch. „Alle meine Entchen“ wurde auf der Scala-Bühne im Beamten- und Juristendeutsch ebenso wiedergegeben wie als Rapversion.

Schwarzhumorig fiel der Blick auf die Alterspyramide mit Gedankenspielen über Hedgefonds für die Entsorgungskosten alter Menschen aus. Auch Johannes Heesters wurde kabarettistisch gewürdigt. Wenn er im Jahr 2053 seinen 150. Geburtstag feiere, werde das Renteneintrittsalter automatisch auf 100 herauf gesetzt, prophezeiten die Kabarettisten.

Evita und Tina

Aus dem Evita-Song „Don’t Cry for me Argentina“ wurde eine Warnung vor sexueller Belästigung: „Greif nicht nach dem Arsch von Tina.“

„Time to say goodbye“, stand am Schluss, doch um eine Zugabe kamen Lehmann und Hildebrandt nicht herum. Statt „Weiße Rosen aus Athen“ hieß es da: „Kleine Dosen aus Arsen.“

Von Peter Büchling

Quelle: HNA

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