Über 2000 Jahre Tradition

Der Beruf des Zimmermanns hat eine lange Geschichte - wie auch die Zimmerei Mette

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Der Betrieb wurde ständig erweitert: Wilhelm Mette sen. mit Frau Gerda und Sohn Jürgen vor der alten Halle.

In unserer Adventsserie orientieren wir uns in diesem Jahr an der Weihnachtsgeschichte. Aus ihr haben wir uns die zentralen Elemente herausgesucht und sie in unsere heutige Zeit übertragen. Im ersten Teil widmen wir uns Josef.

Weil der Zimmermann war und es diesen Beruf auch heute noch gibt, haben wir Zimmermann Wilhelm Mette in seinem Betrieb in Balhorn besucht. Er stellt uns sein traditionelles Handwerk vor. In den nächsten Tagen erzählen wir Spannendes aus der Region, das thematisch mit der Weihnachtsgeschichte zu tun hat.

Zimmerei: Ein über 2000 Jahre altes Handwerk, das schon Josef von Nazareth – der Bräutigam von Maria und Nährvater Jesu – ausgeübt und an die nächste Generation weitergegeben haben soll. Es liegt nahe, dass auch Jesus als der älteste Sohn vor seiner Predigertätigkeit Zimmermann war und, wie damals üblich, die väterliche Werkstatt übernommen hat.

So auch Wilhelm Mette, der den Betrieb des Vaters in Balhorn vor 31 Jahren übernahm und sogar schon auf den Spuren Josefs wandelte: “Vor zwei Jahren habe ich ein Museumsdorf in Nazareth besichtigt, in dem die alten Bauweisen dargestellt wur den”, erzählt der 63-Jäh- rige. „Es ist hoch interessant zu sehen, wie sich das Handwerk im Laufe der Zeit verändert hat.“

Der Diplom-Ingenieur kennt den Wandel des Berufsbildes über mehrere Generationen. Denn seine Familie weist eine lange Tradition im Zimmereihandwerk auf: Schon Großvater Heinrich Mette war Zimmermeister und der Patenonkel des Vaters war Zimmererpolier – Mettes Vater ging bei ihm in die Lehre.

1937 gründete er dann sein eigenes Zimmergeschäft in Kassel. Bis zu seiner Einberufung 1939 zum Kriegsdienst engagierte er sich zusätzlich als Lehrer an der Zimmerei-Fachschule. Als er im Juni 1945 aus dem Krieg und russischer Gefangenschaft zurückkehrte, lag der Betrieb in Schutt und Asche – er war 1942 nach einem Bombenangriff vollkommen ausgebrannt.

Sich regen bringt Segen

Aber da in Mettes Haus von jeher der Grundsatz “Sich regen bringt Segen” gilt, wurde das Geschäft 1946 kurzerhand wiedereröffnet. Diesmal jedoch in Wilhelm Mettes Heimatort Balhorn.

Heute wird das Unternehmen durch den ältesten Sohn des Gründers, Dipl.Ing. Wilhelm Mette Junior geleitet, der nach seinem Studium 1973 in den Betrieb eintrat und ihn schließlich 1981 übernahm. “Mein Vater führte das Geschäft noch bis zu seinem 80. Lebensjahr”, erinnert sich Mette. Noch mit 87 Jahren habe der Vater Werkpläne für Treppen entworfen, sagt der Sohn.

Diese Hingabe zum Zimmermannsberuf hat Mette Senior an all seine drei Söhne weitergeben, denn auch Jürgen und Elmar Mette sind zunächst in die Fußstapfen des Vaters getreten. Während der Zimmermeister Elmar Mette heute Dozent im Zimmereizentrum in Waldau ist, wechselte der gelernte Zimmermann Jürgen Mette das Handwerk und studierte Theologie.

Seit den kleinen Anfängen in Balhorn wurde der Betrieb ständig erweitert und modernisiert: ”Hat man früher noch unter freiem Himmel gezimmert, stehen uns heute auf über 2000 Quadratmetern funktionell eingerichtete Hallen zur Verfügung”, erzählt Mette. Die Mechanisierung habe zwar die Herstellung aufwändigerer Gebäude ermöglicht, er ziehe aber den Hut vor der Leistung der “alten Zimmerleute”. Noch heute erinnert so manch altes Haus an die Arbeit seines Vaters und Großvaters.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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