Sprechstunden in Felsberg: Über Denkmalpflege lässt sich reden

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Jeden dritten Freitag im Monat in Felsberg: Bezirkskonservator Dr. Peer Zietz (links) hält regelmäßig Sprechstunde. Auf dem Foto mit Bauamtsleiter Paul Wieder und Bürgermeister Volker Steinmetz. Foto:  Müller-Neumann

Felsberg. Denkmalpflege – das Wort lehrte in den 80er- und 90er Jahren Eigentümer eines alten Hauses das Fürchten. Inzwischen sieht das Amt vieles lockerer. In Felsberg gibt es dazu eine kostenlose Beratung für Hausbesitzer.

Was alles machbar ist, weiß Bezirkskonservator Dr. Peer Zietz und gibt sein Wissen bei Sprechstunden im Felsberger Rathaus weiter.

Besser gesagt: Er würde es gerne, denn das Angebot der kostenlosen Beratung gibt es in Felsberg seit Anfang des Jahres. Doch im Gegensatz zu Fritzlar haben sich nur wenige bisher beraten lassen.

Erklären kann sich das Bürgermeister Volker Steinmetz nicht so recht. Vielleicht ist es einfach noch nicht bekannt genug oder einige Felsberger warten, bis die Ortsumgehung gebaut wird, oder es fehlt ihnen das Geld für eine Sanierung. Steinmetz: „Wir müssen davon wegkommen, die Denkmalpflege als Reglementierung zu betrachten, sondern als Unterstützer.“

Jedenfalls brauche niemand Angst zu haben, dass er nach einer Beratung im Focus der Verwaltung steht. „Es wird kein Protokoll geführt“, betont Felsbergs Bauamtsleiter Paul Wieder.

Stattdessen gibt es jede Menge Tipps vom Fachmann vom Landesamt für Denkmalpflege und Antworten auf Fragen wie solchen nach bestimmten Fenstern auch im Dach, nach einem Wintergarten oder einer Loggia auf der Rückseite, nach Möglichkeiten der Wärmedämmung eines Fachwerkhauses und ob eine Photovoltaik- oder eine Solaranlage auf dem Dach erlaubt würde. Zietz: „Lieber Kompromisse eingehen, als ein Haus verkommen lassen.“

Was vor vier, fünf Jahren mitunter noch abgelehnt wurde, sei inzwischen durchaus möglich, sagt Zietz. Auf Scheunen beispielsweise würden Solarmodule schon fast zu 100 Prozent genehmigt.

Quelle: HNA

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