Über den Gartenzaun in Gleichen: Viele zieht es wieder zurück

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Angekommen: Katja Kramer, Carsten Kramer und ihr Sohn Ben leben gerne in Gleichen.

Gleichen. „Ein Städter würde hier wahnsinnig werden“, sagt Katja Kramer lachend. In Gleichen treffe sie an jeder Ecke auf Bekannte.

Ihr gefällt das Leben im 330-Einwohner-Dorf: „Ich bin so aufgewachsen.“ Mit ihrem Mann Carsten hat Katja Kramer ihr Elternhaus umgebaut und wohnt mit ihm, ihrem zweijährigen Sohn Ben, ihrer achtjährigen Tochter Luisa und den Großeltern dort.

Sportlich: Fast jeden Tag ist Pascal (unten links) mit Freunden bei gutem Wetter auf dem Sportplatz.

Das ist nicht ungewöhnlich in Gleichen. Stellvertretende Ortsvorsteherin Andrea Itter beobachtet: „Viele, die hier gelebt haben und zwischendurch weg waren, zieht es wieder zurück.“

So ging es auch Ortsvorsteher Volker Höhmann. Acht Jahre hat er zwischenzeitlich mal in Gudensberg gewohnt, dann kam er zurück: „Ich will es nicht missen, meine ganze Familie lebt hier.“ Außerdem liege Gleichen, umschlossen von Wartberg, Nenkel und Leichenkopf, so günstig, dass es fast nie einen Sturm und immer gutes Wetter gebe.

Miryam Wendeborn glaubt, dass das auch Urlauber reizt: Seit einem Vierteljahr gibt es ihre Ferienwohnung. Sie selbst lebt nebenan. Spricht sie darüber wieso, fällt immer wieder ein Wort: Idylle. „Wir können hier gleich vor der Haustür wandern gehen.“ Wendeborn kommt aus Niedersachsen und hat mit ihrem Mann aus Homberg hier im Neubaugebiet gebaut. Sie kommt aus der Stadt, vermisst aber nichts. Und wenn doch, schätzt auch sie die Lage des Ortes: „In nur drei Minuten bin ich in Gudensberg und von da aus auf der Autobahn.“

Ausblick: Andrea Itter (links) und Volker Höhmann (rechts) begutachten die Ferienwohnung von Miryam Wendeborn (Mitte).

Das Neubaugebiet ist beliebt. „Es gibt nur noch drei freie Bauplätze“, sagt Höhmann. Stolz macht ihn auch das moderne Dorfgemeinschaftshaus und der Multifunktionsplatz, auf dem Sport getrieben werden kann. Oft ist dort auch Andrea Itters 15-jähriger Sohn Pascal: „Im Sommer spielen wir hier fast jeden Tag Fußball.“

Meistens bringt er Schulfreunde mit. Constantin Polta, 15, kommt aus Großenenglis, der Weg nach Gleichen lohnt sich für ihn aber: „Unser Fußballplatz ist älter.“

Gleichen hat für alle Generationen etwas zu bieten. Höhmann und Itter ist sehr wichtig, dass das Dorfgemeinschaftshaus barrierefrei ist und es einen kleinen Spielplatz im Neubaugebiet gibt. Und Pascal und seine Freunde haben „jede Kirmes hier im Umkreis abgeklappert – aber die in Gleichen war die Beste.“

Quelle: HNA

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