Zwist in Rotenburg: Kommt das Muzkkka nach Melsungen?

Melsungen. Nach einem Streit um einen geplanten Anbau an das Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) in Rotenburg hatte Prof. Walther Keim dort kürzlich seinen Rücktritt als Direktor angekündigt. In Melsungen führte er jetzt ein Gespräch mit Bürgermeister Dieter Runzheimer.

Dies nährt die Spekulationen, dass das Muzkkka eventuell in die Bartenwetzerstadt umzieht.

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Dem Muzkkka droht das endgültige Aus

Die Initiative sei vom Melsunger Bürgermeister ausgegangen, erklärte Keim. Es habe sich um ein gutes, ergebnisoffenes Gespräch gehandelt, bestätigte Runzheimer. Auf Antrag der FWG-Fraktion hatte das Parlament den Bürgermeister beauftragt, mit Keim zu reden. „Melsungen ist eine Option, wenn die Voraussetzungen stimmen“, fasste der 76-Jährige das Ergebnis zusammen. Bad Hersfeld habe auch Kontakt zu ihm aufgenommen.

Prof. Dr. Walther Keim

Er habe mit Runzheimer vereinbart, dass er eine Aufstellung zum Raum- und Finanzbedarf erstelle. Der Bürgermeister will sich nach einer geeigneten Immobilie umsehen. Runzheimer: „Wir haben diverse Objekte, über die man nachdenken kann.“ Welche das sind, wollte er nicht sagen.

In Rotenburg war das Muzkkka 2009 im ehemaligen Katasteramt eröffnet worden, das über eine Fläche von etwa 800 Quadratmeter verfügt. Für Keim ist entscheidend, dass er auch den zweiten Teil seines Konzepts verwirklichen kann. In einem Archiv möchte er seine eigene Karikaturensammlung unterbringen sowie Exponate, die ihm angeboten worden seien. Dazu gehörten Karikaturen aus der ehemaligen DDR. In Rotenburg habe sich gezeigt, dass man nicht nur auf die städtische Unterstützung bauen könne, sondern Sponsoren nötig seien, die ein solches Museum tragen, erklärte Keim, der im Homberger Stadtteil Relbehausen lebt.

Rotenburgs Bürgermeister Manfred Fehr lässt das Muzkkka nur ungern ziehen. Es sei eine Attraktion, die den Tourismus und die Lebensqualität fördere, erklärte er gegenüber der HNA. Als jetzt ein Anbau an das Muzkkka anstand, war es im Rotenburger Parlament zum Streit gekommen. Die neue Mehrheit von CDU und UBR lehnte eine Investition von 1,2 Millionen Euro ab. 240 000 Euro sollte die Stadt tragen.

Gebaut werden sollten ein Fahrstuhl und ein zweites Treppenhaus (Fluchtweg). Außerdem sollte ein Multifunktionsraum für Vorträge und als Lernort entstehen. Auch das von Keim gewünschte Archiv wäre integriert worden.

Die Stadt habe bisher kein Geld in die Gebäudesubstanz gesteckt, erklärte Fehr. Beim Start des Muzkkka habe der Förderverein beispielsweise Malerarbeiten übernommen, die Alarmanlage sei vom Land finanziert worden. Die Stadt habe die Nebenkosten von jährlich etwa 30 000 Euro getragen.

Quelle: HNA

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