Verfahren gegen einen 22-Jährigen wurde eingestellt

Übergriff ohne Grund

Treysa. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich gestern ein 22-jähriger Bewohner einer Therapieeinrichtung im Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Mai vergangenen Jahres einen 29-jährigen Mitbewohner körperlich attackiert zu haben. Die Tat ereignete sich in der Schreinerei der Einrichtung, während einer Arbeitspause. Der Angeklagte hatte den Geschädigten gestoßen. Der ging zu Boden und stieß mit dem Hinterkopf gegen einen Schrank.

Die Verhandlung endete mit der Einstellung des Verfahrens gegen den 22-jährigen Angeklagten.

Erschienen war der Angeklagte in Begleitung seiner Betreuerin und einer Pflichtverteidigerin. „Ich kann nur sagen, dass es so stattgefunden hat“, räumte der 22-Jährige die Tat ein. „Warum kann ich nicht sagen“, erklärte er.

Er gab zu, an dem Tag gereizt gewesen zu sein und vor dem Vorfall mit zwei weiteren Bewohnern der Einrichtung eine verbale Auseinandersetzung gehabt zu haben.

Ein Arbeitstherapeut der Einrichtung sagte vor Gericht aus, der Angeklagte und der Geschädigte seien während der Kaffeepause verbal aneinandergeraten. Dann habe der 22-Jährige den Geschädigten gestoßen. Alles sei sehr schnell gegangen.

Der Therapeut berichtete, die Einrichtung berate ihre Klienten bei körperlichen Auseinandersetzungen. Die Anzeige gegen den Angeklagten sei jedoch von dem Geschädigten selbst ausgegangen.

„Er hat mich in der Schreinerei geschubst. Den Grund möchte ich wissen“, sagte der 29-jährige Geschädigte, der sich mittlerweile mit dem Angeklagten ein Zimmer teilt. Zusammengezogen seien sie auf Eigeninitiative. Die Einrichtung habe zunächst ihre Bedenken geäußert.

„Wir schreien uns manchmal an und reden mehrere Stunden nicht miteinander“, berichtete der Geschädigte. Seit dem Vorfall in der Schreinerei habe es jedoch keine ernste Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Angeklagten gegeben. „Wir machen auch viel Spaß miteinander“, sagte der 29-Jährige.

Von dem Stoß des Angeklagten habe er drei bis vier Stunden an Kopfschmerzen gelitten, aber sonst keine Verletzungen davongetragen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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