Blaue Flecken und Abschürfungen

Vom Traktor überrollt: Dreijähriger überlebte Unfall fast unverletzt

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Er hat nur ein paar Schrammen: Der dreijährige Ben Bolz, der von dem Deutz-Traktor im Hintergrund überrollt wurde.

Unshausen. Man kann das, was Ben Bolz passiert ist, ein Wunder nennen. Der Dreijährige läuft fröhlich durch den Garten seiner Eltern in Unshausen - nicht mal eine Woche, nachdem er von einem Deutz-Traktor überrollt wurde.

Der Oldtimer-Schlepper ist ein Hobby der Familie und sollte endlich mal wieder bewegt werden. „Mama wollte auch mal fahren“, sagt Nicki Bolz über sich selbst. Und Ben wollte mit. So stoppte Mutter Nicki den Traktor und versuchte, ihrem Sohn hoch zu helfen.

In diesem Moment geschah es: Nicki Bolz, so berichtete es später die Polizei, rutschte vom Kupplungspedal ab, der Traktor fuhr los. Und rollte über den Dreijährigen, über seine Beine und einen Arm. Die Mutter konnte sich nicht auf dem Bulldog halten, Vater Rüdiger rannte hinterher und brachte das Fahrzeug schließlich zum Stehen.

„Ben hat geweint wie verrückt“, erinnert sich die Mutter an die Szene im Dorf. Sie wählte die 110, der Rettungswagen kam, ein Hubschrauber wurde angefordert. „Ich habe das Schlimmste erwartet“, sagte die 26-Jährige. Die Fahrt mit dem Auto nach Kassel - dorthin war Ben ins Krankenhaus gebracht worden - kam ihr stundenlang vor.

Ben erinnert sich auch noch gut daran. „Laster“, sagt er zum Beispiel, wenn er über den Flug spricht; weil er aus der Luft Lastwagen beobachtet hat. Oder „Haus“ und „Essen“, wenn er an das Krankenhaus denkt. Dabei drückt er einen kleinen, weißen Teddybär mit Rot-Kreuz-Aufdruck fest an sich.

Doch das Schlimmste trat nicht ein - ganz im Gegenteil. Blaue Flecken und Abschürfungen - das war’s. Nicht einmal ein Knochenbruch. „Das ist Wahnsinn“, sagt Mutter Nicki Bolz. Und ihr Mann Rüdiger: „Kinder sind zäh.“ Vielleicht stimmt auch das, was Bens Mutter sagt: „Wir haben einen Schutzengel gehabt.“

Mutter macht sich Selbstvorwürfe

Nun ist Ben wieder zuhause, die Mutter macht sich Vorwürfe („Ich kann mir das selber nicht verzeihen.“) und Bruder Leon ist froh, dass der Jüngere wieder da ist. Der Fünfjährige war dabei, als das Unglück - wobei das Wort wohl nicht passt - geschah.

Er durfte zwar nicht mit dem Hubschrauber fliegen, aber immerhin brachte ihn ein Polizeiauto zur Oma ein paar Straßen weiter, während die Eltern in Richtung Krankenhaus unterwegs waren. Aus Leons Mund klingt das fast wie ein Abenteuer.

Und vielleicht war es für die Kinder im Rückblick wie ein großes Abenteuer. Für die Eltern aber war es ein Wunder.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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