Kirchenkreis-Kammerchor, Junge Kantorei, Instrumentalisten und Solisten boten die Marienvesper

Überwältigend und prachtvoll

Marienvesper in Fritzlar: Der Kammerchor mit Solisten und Orchester (großes Bild), die Musiker des Concerto Grosso, Friederike Otto, Anna Schall und Julia Fritz (oben rechts) sowie einige Mitglieder der Jungen Kantorei Fritzlar (unten rechts). Fotos:  Auerbach

Fritzlar. Die feierliche Klangpracht 400 Jahre alter Musik und das religiöse Marien-Mysterium bestimmten die Aufführung der Marienvesper von Claudio Monteverdi am Sonntagabend in der evangelischen Stadtkirche in Fritzlar.

Bezirkskantor Reiner Volgmann zelebrierte das Werk mit 60 Sängern und Musikern. Weil die Partitur Interpretationen zulässt, arrangierte der Kantor gesangliche und instrumentale Abschnitte speziell für das Konzert. Als Herz der Aufführung ließ Volgmann den Kammerchor des Kirchenkreise Fritzlar schlagen: 30 exzellent von ihm vorbereitete Laiensänger, die er in den Rahmen von sieben professionellen Gesangssolisten und dreizehn Instrumentalisten einfügte. Den musikalischen Partnern war neben großer Konzentration auch Musizierfreude anzumerken. Ihnen gelang ein ungewöhnlicher Hörgenuss.

Bereits im Introitus wurde hörbar, wie Monteverdis neue musikalische Sprache weltliche und geistliche Musik miteinander verschränkt. Und diese Vielfalt brachten der Gesang von Manuel König (Tenor) und des Kammerchors sowie das Spiel des Ensembles zu einem wunderbaren Ausdruck. Fanfarenähnlich ertönten die Zinken als Antwort auf das Flehen der Sänger: „Herr, eile mir zu helfen.“

Geradezu in einem Klangrausch beschloss der Chor das Eingangslied mit einem fast heiter wirkenden Alleluja. Im Vokal-Concerto „Pulchra es“ entfalteten die Sopranistinnen Rahel Maas und Eike K. Dyck ihre hellen Stimmen mit natürlicher Anmut.

Aus einer fernen Welt

Aus einer fernen, mystischen Welt schien der virtuose, schwebende Gesang der Tenöre Manuel König und Goetz-Philipp Körner zu kommen. Im „Duo Seraphim“ priesen sie die Herrlichkeit Gottes. Zur Darstellung der Dreifaltigkeit trat als dritte Stimme Daniel Dropulja mit empfindsamem Bass hinzu.

Auch junge Sänger wirkten mit. Elfmal überraschte in der Instrumental-Sonata die Junge Kantorei mit der Anrufung „Sancta Maria ora pro nobis“.

Zu einem Höhepunkt der Aufführung geriet der achtstimmige Hymnus „Ave Maris Stella“, Gegrüßt seist du, Stern des Meeres. Überwältigt von der prachtvollen Huldigung an die Gottesmutter, spendeten 180 Zuhörer nach dem Verklingen des jubelnden Amens aus dem Magnificat einen verdient langen, herzlichen Beifall. ARTIKEL LINKS

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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