Neuenbrunslarer Einrichtung

Umbau und Sanierung des Kindergartens kommen 130.000 Euro teurer als geplant

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Zimmerarbeiten: Jan Berfelde (vorne) und Harald Wende verkleideten gestern die Fassade des Kindergartens Neuenbrunslar mit Lärchenholz. 

Neuenbrunslar. Der Architekt hatte die Erweiterung des Kindergartens Neuenbrunslar für eine U 3-Gruppe und die energetische Sanierung auf über 690 000 Euro geschätzt. Das Felsberger Parlament forderte eine Umplanung.

Das Ergebnis: 507 000. Nun kostet alles 630 000 Euro. Darüber zeigten sich am Donnerstagabend alle Stadtverordneten überaus verärgert, stimmten den Mehrkosten von 130 000 Euro aber zu.

Wer hat wo Fehler gemacht, wer hat wen nicht richtig kontrolliert, und warum wurde das Parlament nicht frühzeitig über die höheren Kosten informiert? Fragen, die allesamt nicht so recht zu beantworten waren. Doch da keine Fraktion eine halbfertige Baustelle liegenlassen wollte – zumal es schon Anmeldungen für die Gruppe der Unter-Dreijährigen gibt – stimmten schließlich alle zu. Das heißt aber auch: Die 130 000 Euro müssen anderweitig eingespart werden. Das geschieht, indem der Ausbau des Holunderweges im Baugebiet Böddiger verschoben wird.

Bürgermeister Volker Steinmetz bemühte sich angesichts der Vorwürfe um Erklärungen: Nachdem seinerzeit das Parlament ihm den Auftrag erteilt hatte, günstiger zu bauen, der Architekt aber keine Einsparmöglichkeiten gesehen habe, habe das Bauamt einiges gestrichen: beispielsweise den Lift, einen Dachgarten, und die Außenalagen sollten nur wieder hergestellt werden. Die Berechnung belief sich dann auf 507 000 Euro. Doch schon Anfang dieses Jahres habe sich gezeigt: „Dieser Kostenrahmen ist nicht zu halten.“ Magistrat und Ausschüsse seien immer wieder informiert worden.

Dennoch fühlten sich die Parlamentarier überrumpelt. Klaus Döll (CDU) nannte als Beispiele, bei denen die Schere zwischen dem Kostenansatz und den tatsächlichen Ausgaben deutlich auseinanderklafft: Der Sonnenschutz koste statt 22 000 Euro 40 000 Euro, die Kosten für den Maler beliefen sich statt auf 3000 auf über 11000 Euro. Döll: „Selbst die üblichen Kostensteigerungen erklären das nicht.“

Werner Rippel (FDP) nannte den ganzen Vorgang „schlichtweg ärgerlich“, auch weil man jetzt nur noch „mit der Faust in der Tasche“ zustimmen könne. Er forderte, dass der Bauausschuss künftig in jeder Sitzung informiert werde.

Bei Sitzungen sei von Seiten der Verwaltung und des Architekten immer klar gesagt worden, aller Voraussicht nach würden die 500 000 Euro ausreichen. Nun sei man verwundert, sagte Hilmar Löber (SPD).

Es müsse doch möglich sein, Baukosten einzuhalten, und die Kostensteigerung sei doch nicht vom Himmel gefallen, monierte Löbers Fraktionskollege Dr. Gert Meyer. „Wir erwarten vom Planer, dass er die Verwaltung informiert und diese dann das Parlament.“

Es sei nicht der erste Bau, der teurer werde als geplant, erinnerte Ulrich Brandenstein (Die Grünen) und nannte das Feuerwehrhaus, den Kanal und die Ortsdurchfahrt in Neuenbrunslar und die Kindergartenerweiterung in Gensungen. Oft sei die schon Grundlage für die Erteilung der Aufträge verkehrt. Notfalls müsse man den Architekten in Regress nehmen, zumindest aber in den Vertrag eine Höchstgrenze aufnehmen. (bmn)

Quelle: HNA

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