Umfrage: Für viele ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Orientierung

Melsungen. Wie gehen Sie mit Lebensmitteln um? Zurzeit wird diskutiert, das Mindesthaltbarkeitsdatum zu kippen. Damit soll verhindert werden, dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden. Wir wollten wissen, wie Verbraucher der Region dazu stehen und fragten nach.

Stefan Thiemann (30) aus Melsungen isst vieles auch noch nachdem das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Damit meint er vor allem Milchprodukte. „Das meiste ist dann noch genießbar“, sagt er. Er habe im Lager eines Lebensmittelbetriebes gearbeitet und gesehen, wie viele Produkte weg geworfen würden. Das sei schade. „Von dem, was wir wegschmeißen, könnte man viele arme Menschen ernähren“, sagt er.

Zwei bis drei Tage über dem Ablaufdatum dürfen für ihn Joghurt und andere Milchprodukte schon sein.

Das Haltbarkeitsdatum ganz abzuschaffen, davon hält Johanna Brachtendorf (60) nichts. Die Münchnerin, zurzeit Gast in Melsungen, glaubt, die Grenze habe sicher ihre Berechtigung. Es sei für sie lediglich eine Orientierung. „Ich rieche an den Produkten, ob sie noch gut sind, und entscheide danach, was ich noch esse.“

Bei Fisch und Fleisch sowie frischen Eiwaren machen die meisten Unterschiede, wie Christiane Kirschner aus Heßlar. Mit diesen Erzeugnissen sollte man sorgsam umgehen, sagte die 53-Jährige. „Ich versuche so wenig wie möglich wegzuschmeißen.“ Sie verlasse sich auf ihren gesunden Menschenverstand. Der sage ihr auch, dass es fraglich sei, ob man bei Nudeln wirklich ein Mindesthaltbarkeitsdatum brauche.

Sorgsamer einkaufen

Einen ganz anderen Blick auf die Dinge wirft Ulf Wagner (54) aus Melsungen. Er bemängelt das Vorhalten eines zu großen Angebotes auch leicht verderblicher Waren. „Warum müssen wir am Samstagnachmittag noch die ganze Auswahl an der Fischtheke haben?“ Da sei es doch klar, dass man am nächsten Tag vieles wegschmeißen müsse, was noch liegen geblieben sei.

Claudia Witzmann (45) aus Melsungen kauft so ein, dass sie nicht so viel wegwerfen muss. Aber gerade in der Familie achte man wegen der Kinder dennoch darauf, das Haltbarkeitsdatum einzuhalten. Das tun auch Kathrin Langlotz, (30) aus Melsungen und Peter Schreiber aus Felsberg (76). Beide essen keine Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. „Ich habe Angst, dass die Artikel in den Geschäften länger liegen, als es auf dem Datum steht“, sagt Schreiber. Er kauft auch keine solchen Waren.

Langlotz:„Es ekelt mich, Dinge zu essen, deren Datum abgelaufen ist.“ Dann schmeißt sie es weg, räumt allerdings ein, darüber noch nie richtig nach gedacht zu haben und will das künftig tun.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare