Umstrittene Summe für DGH Konnefeld aus Etat entfernt

War teurer als veranschlagt: Das Dorfgemeinschaftshaus in Konnefeld ist nach der Sanierung ein Schmuckstück. Archiv foto: nh

Morschen. Es ging noch einmal zur Sache bei der letzten Sitzung des Jahres der Morschener Gemeindevertreter.

Wieder war es der Nachtragshaushalt 2015, über den die Parlamentarier abzustimmen hatten. Und wieder ging es in diesem Zusammenhang darum, wie es dazu kommen konnte, dass das Dorfgemeinschaftshaus in Konnefeld offenbar über 100.000 Euro mehr gekostet hat als geplant - und wer die Verantwortung dafür trägt.

Konkret geht es im Nachtrag 2015 um 85.000 Euro. Diese Summe will die Gemeinde wie berichtet vom Architekten zurückfordern, weil dieser seiner Informationspflicht nicht in vollem Umfang nachgekommen und dadurch Fördergeld verloren gegangen sei.

Nach knapp einstündiger Diskussion beschlossen die Gemeindevertreter am Donnerstag - bei zwei Enthaltungen und vier Gegenstimmen der FDP - den Nachtrag unter Herausnahme der umstrittenen 85.000 Euro.

Laut Beschlussvorlage der Verwaltung mit dem Ziel, dass es für diesen Posten eine gesonderte Prüfung des Rechnungsprüfungsamtes geben wird. Zu dem hatten die Parlamentarier bei ihrer Sitzung im November beschlossen, einen Akteneinsichtsausschuss zu gründen. Dieser soll den Vorgängen auf den Grund gehen und klären, wo es Versäumnisse gab und um welche Summen es tatsächlich geht.

Während der Diskussion erhob Uwe Ludwig, Fraktionsvorsitzender der FDP, erneut Vorwürfe gegen die Verwaltung. Unter anderem sagte er, dass durch den Nachtragshaushalt die Mehrkosten verschleiert werden sollten und somit das Parlament als Kontrollgremium umgangen werden sollte. „Ich bin außer mir, was wir hier erleben müssen.“

Bürgermeister Herbert Wohlgemuth sprach von Vorverurteilung: „Wenn wir das Kontrollgremium hätten hintergehen wollen, dann hätten wir es ja wohl nicht informiert“, sagte der Verwaltungschef.

Ludwig bemängelte außerdem, dass in einer der Gemeindevertretersitzung vorangegangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in dieser Sache keine Unterlagen vorgelegen hätten und das nach wie vor viele Fragen unbeantwortet seien. Die fehlenden Unterlagen bemängelte auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Siegfried Weigand, der an der Sitzung als Zuhörer teilgenommen hatte. Wohlgemuth erklärte am Donnerstagabend, dass diese derzeit von der Dorferneuerungsbehörde geprüft werden.

Dieter Kaiser (CDU) sagt in Richtung Ludwig, die Vorwürfe seien ihm zu pauschal.

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Quelle: HNA

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