Umzug kommt später

Gravierende Baumängel: Sicherungsverwahrung verzögert sich

Der Beton ist an einigen Stellen nicht ausreichend stark: Das wurde jetzt bei den Umbauarbeiten im Erweiterungsbau entdeckt.

Ziegenhain. Die Sicherungsverwahrten in Weiterstadt werden ihre Koffer später packen. Ihr Umzug in die neue Sicherungsverwahrung in der JVA Ziegenhain wird sich verzögern. Der Grund: Beim Bau vor circa 30 Jahren ist es offenbar zu Fehlern gekommen.

Das bestätigte auf Anfrage der HNA das Justizministerium.

Die Fehler wurden jetzt im Zuge der laufenden Umbauarbeiten des sogenannten Erweiterungsbaus entdeckt. Es ist von „gravierenden Baumängeln“ die Rede.

Derzeit geht man von mindestens sechs Wochen Verzögerung aus. Ursprünglich sollten die Arbeiten im Februar abgeschlossen sein.

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Nötig ist laut Ministerium nun eine aufwändige Betonsanierung an Kanalschächten, Deckenstürzen, Decken- und Wandteilen und Türverankerungen des vierstöckigen Gebäudes. In der Folge werden sich alle weiteren anstehenden Arbeiten wie Elektro, Haustechnik, Lüftung und Sanitär verzögern.

Konsequenzen hat das auch für die Bediensteten der JVA. Das bestätigte Personalratsmitglieder Volker Schreiner. Übergangsweise sind die Sicherungsverwahrten derzeit in der Haftanstalt in Weiterstadt untergebracht. 30 Vollzugsbeamte aus Schwalmstadt, zudem sogenannte Fachdienste wie Sozialarbeiter und Psychologen, sind derzeit nach Weiterstadt abgeordnet, staffelweise habe man sich den Dienst in Südhessen aufgeteilt. „ Nun wird es einige von uns geben, die durch die Verzögerung mehr belastet sind“, erklärte Schreiner. Auch bestehende Verträge wie Leasing für die Shuttle- Fahrzeuge und Anmietungen von Wohnungen in Weiterstadt müssen verlängert werden.

In der Haftansstalt rechnet man damit, dass Ende April/ Anfang Mai mit der Rückverlegung der Sicherungsverwahrten begonnen werden kann. Sie werden laut Anstaltsleiter Jörg Bachmann in mehreren Tranchen zurück nach Schwalmstadt kommen, so dass der Umzug sich über mehrere Wochen hinziehen wird.

Über die Höhe der Kosten, die durch die Verzögerung der Umbauarbeiten entstehen, machte das Ministerium keine Angaben. Pressesprecher Dr. Hans Liedel geht davon aus, dass sich das Vorhaben dadurch nicht wesentlich verteuern wird.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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