Wie einstige Windrad-Gegner in Albshausen mit den Rotoren zurechtkommen

Unerwünschte Nachbarn

Ein Nachbar, den er nicht wollte: In unmittelbarer Nähe zum Haus von Alfred Heinemann in Albshausen drehen sich schon seit Jahren Windräder. Foto: Maier

Albshausen. Wenn Alfred Heinemann in den Garten geht, sieht er zwei Windräder, die einige hundert Meter entfernt von seinem Haus stehen. Mittlerweile habe er sich einigermaßen an die Geräusche gewöhnt, sagt der 60-Jährige. „Wohl oder übel“, ergänzt er. Es bleibe ihm ja nichts anderes übrig.

Auch ohne Gewöhnung seien die Windräder tatsächlich leiser geworden, beschreibt Heinemann. Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Windlage sich geändert hat. Früher sei der Wind hauptsächlich aus dem Westen gekommen. Jetzt beobachte er öfter Südwestwinde.

Befürchtungen eingetreten

Nichtsdestotrotz: Die Befürchtungen, die er vor dem Bau der Windräder hatte, sind eingetreten, sagt er. Vor allem am Anfang seien die Geräusche belastend gewesen. Die beiden Räder würden sich in unterschiedlichem Rhythmus drehen, rund um die Uhr.

Heinemann habe früher oft Kranichzüge beobachtet, die im Herbst über sein Haus flogen. Nachdem die Windräder aufgestellt worden waren, blieben die Kraniche aus, sagt er. „Am Anfang hat es regelrechte Staus gegeben“, erinnert er sich. Die Vögel hätten gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist und einen anderen Weg gewählt.

Albert Winter wohnt auf der anderen Seite der Hauptstraße. Sein Haus ist den Windrädern am nächsten, sagt er. Zwei Jahre lang habe er mit anderen gegen die Aufstellung der Räder gekämpft. Jetzt empfinde sie als sehr störend. Sobald ein bisschen Wind wehe, höre er die Rotations-Geräusche.

„Am Anfang hat es regelrechte Staus gegeben.“

Alfred Heinemann über die Kranichzüge

Das sei das größte Problem an den Rädern, sagt er. Gegen eine andere Störung, den Schattenwurf, hat Winter sich etwas einfallen lassen. Er pflanzte eine mehrere Meter hohe Hecke. Ohne die Pflanzen hätte er den Schatten der rotierenden Räder im Garten, sagt er.

Seine Nachbarin Gisela Kördel sagt, sie habe die Schatten in ihrem Wohnzimmer. Vor allem im Winter, wenn die Sonne niedrig steht, würden die Schatten durchs Fenster dringen. Zwar dauere das nicht allzu lange, weil die Sonne im Laufe des Tages weiterzieht. Dennoch sei es unangenehm. Die Geräuschbelästigung sei unterschiedlich stark und hänge vom Wind ab, sagt Kördel. Im Gegensatz zu Alfred Heinemann findet sie, dass die Räder im Laufe der Zeit lauter geworden sind.

BERICHT UNTEN

Von Eugen Maier

Quelle: HNA

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