Fehler sind bei Windkraftanlagen im Landkreis nie ausgeschlossen, sagen Experten

Unfälle können passieren

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Windpark: Zwischen Sachsenhausen und Appenhain drehen sich die Windräder, die Anlagen im Gilserberger Hochland werden vergrößert. Die neuen sind nun 138 Meter hoch. 

Schwalm-Eder. In ein Windrad in der Söhre hat am Wochenende ein Blitz eingeschlagen, dabei brach ein Stück eines Rotorblattes ab. Jetzt kommt die Frage auf, wie sicher Windkraftanlagen sind und ob solch ein Schaden auch im Schwalm-Eder-Kreis auftreten könnte. Das Fazit der Experten: Fehler können immer auftreten.

Helmut Lompe aus Borken betreibt über die Rudewig und Lompe Energie GmbH insgesamt 71 Anlagen von der Nordseeküste bis hin nach Bayern – sechs Anlage davon stehen im Gilserberger Hochland, sie werden erneuert. Die neuen Windräder erreichen eine Höhe von 138 Metern, die alten waren 100 Meter hoch.

Lompe war zwar überrascht, als er von dem Blitzschaden in Söhrewald las, doch: „So etwas kommt schon mal vor.“ Theoretisch könne ein extrem starker Blitz den Schutz des Blitzableiters unterlaufen. Die Windparks sind gegen solche Schäden versichert. In Gilserberg schlossen die Investoren einen Vertrag mit dem Hersteller ab, der Wartung, Instandhaltung und Reparatur absichert.

Bricht ein Teil des Rotorblattes ab, kann es bei Sturm passieren, dass der Abriss ein Stück fliegt. Verletzt wurde in Söhrewald niemand. „Eine Absperrung der Windparks ist nicht gefordert“, sagte Helmut Lompe. Warnschilder stehen vor den Parks.

Werner Braun, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll, sagte zum Bericht über den Blitzschaden in Söhrewald: „Überrascht bin ich nicht, schließlich ist nichts vor Blitzeinschlag sicher“, so Braun, „obwohl es spezielle Schutzvorrichtungen gibt.“ Die Energiegenossenschaft projektiert Windparks zwischen Schwalm und Knüll.

Die Sicherheit der Anlagen werde im Zuge der Baugenehmigung überprüft, eine Versicherung sei obligatorisch. Auch ist nach dem Wissen des Aufsichtsratsvorsitzenden keine Absperrung rund um Windparks vorgeschrieben.

Michael Conrad, Pressesprecher Regierungspräsidium (RP) Kassel, sagte auf Söhrewald bezogen: „Unfälle können immer passieren.“ Allerdings ist vorgegeben, dass die Windkraftanlagen in regelmäßigen Abständen überprüft und gewartet werden – dazu zählt auch der Blitzschutz. In der Söhre handelt es sich allerdings um eine neue Anlage.

Im Landkreis sollen mehrere Flächen neu für Windräder zur Verfügung gestellt werden. Der Entwurf des Regionalplans wird derzeit im RP überarbeitet und erneut offengelegt. Erst danach stehen die endgültigen Gebiete fest.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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