Borken habe 2013 Eröffnungsbilanz vorgelegt

„Unfair gegenüber den Mitarbeitern“

Borken. Bürgermeister Bernd Heßler weist entschieden den Vorwurf zurück, den der Vorsitzende des Borkener FWG-Stadtverbands in einem Leserbrief erhoben hatte: Wolfgang Lorenz hatte moniert, dass die Stadt Borken noch immer keine Eröffnungsbilanz vorgelegt habe. Das, sagt Heßler, sei schlicht falsch: „Die angeblich fehlende Eröffnungsbilanz wurde am 13. November 2013 durch den Magistrat beschlossen und dem Rechnungsprüfungsamt übersandt.“

War Herausforderung

Das neue kaufmännische Rechnungswesen, das 2009 eingeführt wurde, habe alle kommunalen Verwaltungen vor große Herausfordrungen gestellt, auch die Borkener. Es sei längst keine Selbstverständlichkeit, dass dies so gut bewältigt wurden, denn die Doppik, wie das neue System heißt, beinhalte auch, dass sich die Zahl der Buchungsfälle verdoppelt habe. Der Vorwurf, den Lorenz in dem Leserbrief erhoben habe, sei deshalb „eine Frechheit gegenüber den Mitarbeitern der Verwaltung“, so Heßler.

Die Doppik schlage in einer Stadt wie Borken, die ein großes Aufgabenspektrum wahrnehme, vehement zu Buche. Die Stadtwerke, die Standortförderungsgesellschaft, der Verein für Regionalentwicklung Schwalmaue, die Stiftung Hessisches Braunkohle- Bergbaumuseum, der Zweckverband Schwalm-Eder West die mobile Krankenpflege der Stadt Borken – in all diesen Bereichen schlage die Mehrarbeit zu Buche, ohne aber dass die Zahl der Mitarbeiter in der Finanzverwaltung erhöht worden sei.

Nur nicht blauäugig sein

Alle anstehenden Arbeiten seien durch städtisches Personal erledigt worden, das durch seine Kernaufgaben bereits ausgelastet sei, erklärt Heßler: „Wer sich mit der Materie auskennt, weiß, was es bedeutet, sämtliche Straßen, Friedhöfe, Spielplätze, städtische Immobilien in 15 Stadtteilen zu bewerten.“ Dennoch habe es die Stadt geschafft: Am 13.11.2013 habe der Magistrat mit den Stimmen von SPD, CDU und FWG eine Eröffnungsbilanz beschlossen und sie dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises übersandt.

Es wäre blauäugig zu glauben, dass die Einführung eines vollkommen neuen Rechnungswesens wie das Umlegen eines Schalters funktioniere. Auch künftig würden immer wieder Änderungen, Ergänzungen und Verbesserungen vorgenommen werden müssen, weil die rechtlichen Grundlagen noch im Fluss seien. (bra)

Quelle: HNA

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