Bürgermeister Jung verärgert

Unfall bei der Dorferneuerung in Zennern: Nun Streit um Stromkasten

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Mit diesem Schlepper geschah der Unfall: Willi Baun hatte den Traktor für die Dorferneuerung eingesetzt. Als hofgebundenes Fahrzeug brauche er kein Nummernschild

Zennern. Ein Stromkasten, ein Trecker und eine Rechnung über 1473,58 Euro sorgen in Zennern für Streit. Hintergrund ist ein ehrenamtlicher Einsatz für die Dorferneuerung im vergangenen Jahr.

Der Zennerner Landwirt Willi Baun war mit seinem Traktor am Bahnhof im Einsatz, fuhr Erde, begradigte und ebnete ein. Doch dann geschah ein Missgeschick. Er rutschte, so erzählt er es, von der Kupplung ab, und rammte rückwärts einen Stromkasten. Nach Bauns Aussage hatte der Kasten einen Riss und war etwas verschoben. Man habe sofort einen Plastiksack organisiert, um ihn abzudecken, und den Ortsvorsteher informiert. Dieser habe den Schaden melden sollen. Zusätzlich habe er den Fall in einem Brief an die Gemeinde geschildert, erklärt Baun.

Er hörte wieder von dem Fall, als vier Tage später die Polizei vor der Tür stand. Es gehe um Fahrerflucht. Das Verfahren wurde eingestellt, eine Geldbuße für den Unfall wurde aber fällig. Doch dann kam die Rechnung von der Eon, Baun sollte für den Schaden aufkommen. Er habe geglaubt, das übernehme die Versicherung der Gemeinde.

Es sei nun aber zu spät, den Schaden der eigenen Haftpflichtversicherung zu melden, weil der Schaden längst repariert sei. Bürgermeister verärgert Waberns Bürgermeister Günter Jung sieht das ganz anders. Selbstverständlich könne Baun den Schaden noch melden. Es sei ganz natürlich, dass die Haftpflicht des Verursachers gefragt sei. Jung ist verärgert über das Verhalten der Zennerner.

Der Vorfall habe sich an einem Samstag ereignet, sei aber erst am Montag oder Dienstag der Gemeinde gemeldet worden. Dabei sei die Sache gefährlich gewesen, sagt Jung, denn jeder hätte die freiliegenden Drähte im Kasten erreichen können. Man hätte, so Jung, sofort handeln müssen und Eon und der Bahn Bescheid sagen müssen. Die Gemeinde habe ihre Versicherung gefragt, die habe aber erwartungsgemäß abgelehnt.

Darüber sei Baun auch informiert worden. „Man kann über alles reden, auch über eine Schadensteilung“, sagte der hörbar verärgerte Bürgermeister. Baun und Jung werfen sich gegenseitig vor, den Kontakt nicht zu suchen. Der Landwirt aus Zennern glaubt, man werde kaum noch Ehrenamtliche finden, wenn das Risiko so hoch sei. Er überlege, den Sitz im Ortsbeirat aufzugeben. Der Bürgermeister dagegen sagt: „Wir haben ein total gutes Gewissen.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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