Fünf Rinder starben auf A7

Viehtransporter verunglückte bei Homberg

Homberg/Bad Hersfeld. Fünf tote Rinder, ein Sachschaden in Höhe von rund 100.000 Euro und eine über Stunden in beiden Richtungen gesperrte A7: Das ist die Bilanz eines Unfalls, der sich in der Nacht zu Dienstag zwischen Homberg und Bad Hersfeld ereignete.

Ein mit 30 Schlachtbullen beladener Laster war nahe des Parkplatzes Pommer umgekippt. Zwei der Tiere wurden dabei nach Angaben der Feuerwehr Homberg zerquetscht und zertrampelt. Der 38-jährige Fahrer des Lasters war laut Autobahnpolizei Bad Hersfeld gegen 23 Uhr mit seinem Viehtransporter im Baustellenbereich auf die Bankette gekommen. Beim Versuch, den Laster zurück auf die Fahrbahn zu lenken, kam der Anhänger durch das Gegenlenken immer stärker ins Schaukeln.

Der 38-Jährige verlor die Kontrolle über das Gefährt, und es kippte auf die Seite. Die Autobahnpolizei Bad Hersfeld rief die beiden Amtstierärzte aus dem Schwalm-Eder-Kreis, gegen 0.55 Uhr wurde auch die Homberger Stadtfeuerwehr alarmiert. Tiere lechzten nach Wasser 28 Einsatzkräfte rückten aus und kümmerten sich um die Tiere, die sich nach wie vor im auf der Seite liegenden Laster befanden. „Die verängstigten Tiere lechzten nach Wasser“, sagt Christian Ide, Sprecher der Homberger Stützpunktwehr. Sie hätten wegen des Schocks und in ihrer Panik so sehr geschwitzt, dass es ausgesehen habe, als hätte der ganze Transporter gebrannt: „Es war aber kein Qualm, sondern nur der Dampf, der von den vielen Tierleibern ausging“, sagt Ide.

Gegen 3 Uhr wurde die A7 in beide Richtungen voll gesperrt: Die Retter befürchteten, dass die Rinder beim Umladen in einen anderen Transporter in Panik geraten, flüchten und so den Verkehr auf der Autobahn gefährden könnten. Deshalb zogen sie auch einen Berufsjäger aus Homberg-Steindorf hinzu, um für den schlimmsten Fall – die Tötung eines Tieres – gewappnet zu sein. Und das geschah tatsächlich: Eines der Rinder musste nach Absprache mit den Amtstierärzten wegen seiner Verletzungen notgeschlachtet werden. Gegen 3.40 Uhr begann dann eine Spezialfirma damit, die ersten der insgesamt überlebenden 25 Rinder zu retten, berichtet Christian Ide.

Die schwer mitgenommenen Rinder wurden erst einmal in einen Stall nach Ziegenhain gebracht, wo sie Futter und Gelegenheit bekamen, sich zu beruhigen. Die Autobahn war bis Dienstag 9 Uhr in Richtung Süden gesperrt: Der Anhänger, der in einer abschüssigen Böschung nahe des Parkplatzes Pommer gelandet war, musste laut Polizei in einem komplizierten Verfahren aufgerichtet und abgeschleppt werden.

Unfall mit 30 Schlachtbullen auf der A7

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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