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Unfallserie: Wieder Lastwagen in A7-Baustelle verunglückt

Melsungen. Erneut ist es in der Nacht zu Freitag im Melsunger Baustellenbereich der Autobahn 7 zu einem Unfall gekommen. Ein kleiner Fahrfehler soll dabei nach Polizeiangaben um 2.30 Uhr dazu geführt haben, dass ein mit Papierrollen beladener Sattelzug kurz vor der Anschlussstelle Melsungen von der Fahrbahn abkam und umkippte.

Am Steuer des Sattelzugs saß laut Polizei ein 39-jährigen Mann aus Rumänien. Er blieb unverletzt. Sein 23-jähriger Beifahrer aus Rumänien zog sich leichte Verletzungen zu und wurde in die Melsunger Asklepios Klinik eingeliefert.

Geladen hatte der Sattelzug Papier. Ein Teil der Papierrollen fiel bei dem Unfall aus dem Fahrzeug und landete auf einem Getreidefeld direkt neben der Autobahn.

Zur Absicherung der Unfallstelle waren Rettungsdienste sowie Feuerwehren aus Melsungen und Guxhagen ausgerückt. Unklar war den Einsatzkräften zunächst, ob der Melsunger Rettungsdienst durch den Baustellenbereich bis zur Unfallstelle gelangen konnte – deshalb forderte man zusätzlich einen Rettungswagen aus Guxhagen an.

Laut Feuerwehr soll der Sattelzug zunächst beim Durchfahren der Baustelle mit der rechten Fahrzeugseite in die weiche Bankette geraten sein. Daraufhin habe sich der voll beladene Lkw immer tiefer ins Kiesbett neben der Fahrbahn gegraben und sei schließlich auf das angrenzenden Feld gekippt. Dabei riss die Plane des Aufliegers auf und etliche Papierrollen stürzten von der Ladefläche auf das Feld.

Betriebsstoffe verlor der Lkw laut Polizei kaum. Lediglich aus dem Motorraum leckte Öl, das sich in einem Graben neben der Autobahn sammelte. Einsatzkräfte der Feuerwehr Melsungen streuten das Öl ab. Die Untere Wasserbehörde beim Schwalm-Eder-Kreis wurde in der Nacht über den Vorfall informiert. Aufgrund der Schwere des Fahrzeugs zog sich die Bergung des Sattelzugs bis Freitagmittag hin. Ein Spezialunternehmen war mit Mitarbeitern der Autobahnmeisterei zunächst damit beschäftigt, die Papierrollen per Hand vom Sattelzug auf einen Container umzuladen und abzufahren. Anschließend wurde der Sattelzug mit einem Kran aufgerichtet und abtransportiert.

Mitarbeiter des Bergungsunternehmens bezifferten den Schaden nach ersten vorläufigen Schätzungen auf 60.000 Euro. Die Polizei wollte sich auf eine Schadenssumme nicht festlegen.

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Als Folge des Unfalls kam es im Melsunger Umland kam es zu erheblichen Behinderungen des Verkehrs. So war etwa in Felsberg die Verbindungsstraße zwischen dem Mittelhof und Altenbrunslar kaum mehr befahrbar. Dort waren immer wieder Lkw an einem höhenbegrenzten Viadukt nicht weitergekommen und mussten auf kleinem Raum wenden. Beschwerden kamen aus Dörfern. Ein Anwohner aus Hilgershausen meldete ein hohes Lkw-Aufkommen. Die Laster seien zu schnell unterwegs und schnitten in Höhe der Dorflinde gefährlich die Kurve, so Anwohner Marc Pick.

„Das ist ein Zustand, der so nicht bleiben kann“, findet auch Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz. Er hat deshalb für Montag ein Gespräch angesetzt, um nach Lösungen für das Problem zu suchen. Dazu eingeladen sind die Bürgermeister von Melsungen, Malsfeld, Guxhagen und Homberg, der Kreisbrandinspektor sowie Vertreter von Polizei, Autobahnpolizei, Hessen Mobil und der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises. (zot/lgr/jul)

Bildergalerie: Fotos vom Unfallort

Wieder Lastwagen auf der A7 verunglückt

O-Ton: Radio HNA zur Sperrung

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Wenderoth/HNA

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