Unfallstrecke Gut Bodenhausen: Überholen bald verboten

Hier darf künftig nicht mehr überholt werden: Zwischen Zierenberg und Gut Bodenhausen liegt die Senke, die für einen Moment die Sicht auf entgegenkommende Fahrzeuge versperrt. Dort darf bald nicht mehr überholt werden. Foto:  Renner

Habichtswald/Zierenberg. Die gefährliche Strecke rund um das Gut Bodenhausen wird jetzt entschärft. Das bestätigt Landkreissprecher Harald Kühlborn auf Nachfrage der HNA. An dem Teilstück an der Landesstraße 3220 wird noch in dieser Woche - in Fahrtrichtung Ehlen - ein Überholverbot verhängt.

Dies habe der Landkreis als zuständige Straßenverkehrsbehörde angeordnet, sagt Kühlborn. Zuvor habe es ein Treffen vor Ort gegeben, an dem neben dem Landkreis auch die Polizei, Hessen Mobil, die Straßenmeisterei Wolfhagen und ein Vertreter des gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirks teilgenommen hatten.

Das Teilstück der Landesstraße sei „kein klassischer Unfallpunkt“, sagt Kühlborn. Aufgrund der „besonderen Situation vor Ort“ habe man sich dann aber für das Aufstellen eines Überholverbotschilds entschieden.

Dies werde von Zierenberg kommend kurz vor der Senke stehen, kurz danach werde das Überholverbot wieder aufgehoben. Die Straßenmeisterei Wolfhagen wird die Schilder noch in dieser Woche aufstellen.

Ein Grund für die Entscheidung war auch der tödliche Unfall, der sich im Juli 2015 an der Stelle ereignete. Ein Audi-Fahrer hatte damals in Richtung Ehlen ein Fahrzeug überholt und aufgrund der Senke einen entgegenkommenden Motorradfahrer übersehen. Der 20-Jährige aus Zierenberg stieß mit dem Audi zusammen und starb dabei. Durch die Senke sei das Teilstück „unübersichtlich“, sagt Harald Kühlborn.

Der Kasseler Rechtsanwalt Dr. Bernd Stein hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, dass die Unfallstrecke entschärft wird (HNA berichtete). Er hatte im Prozess nach dem tödlichen Unfall mit dem jungen Motorradfahrer den Audi-Fahrer vertreten.

Das Verfahren wurde schließlich gegen eine Zahlung von 10.000 Euro an die Mutter des Opfers eingestellt. Der Autofahrer wäre wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden, wenn zum Unfallzeitpunkt an der Stelle ein Überholverbotschild gestanden hätte, sagte der Fachanwalt für Verkehrsrecht gegenüber der HNA.

Wer künftig trotz des Schilds dort überholt, ist „strafrechtlich voll verantwortlich“, betonte der Rechtsanwalt.

Quelle: HNA

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