Fünf Schleckerfilialen im Kreisteil werden Ende nächster Woche geschlossen

Ausverkauf: Auf die meisten Waren gibt es 30 Prozent Nachlass in den fünf Schleckermärkten im Kreisteil Melsungen, die am 24. März zum letzten Mal geöffnet haben werden. Foto:  Schmidt

Kreisteil Melsungen. Ende der kommenden Woche werden die fünf Schlecker-Filialen in Melsungen, Felsberg, Gensungen, Morschen und Guxhagen geschlossen. Fast alle Produkte sind herabgesetzt, um den Warenbestand bis zur Schließung zu verringern.

Per Fax haben die Mitarbeiter am Mittwoch von der Schließung erfahren. Das ist für sie ärgerlich, doch die Kunden lassen sie das nicht spüren. Sie sind nach wie vor freundlich.

Sobald jedoch die Schließung der Filiale zum Gesprächsthema wird, ändert sich die Stimmung. Viele Angestellten möchten sich dazu nicht ausführlich äußern. „Es ist schrecklich, dass die Filialen geschlossen werden, jetzt weiß man aber zumindest, woran man ist“, sagt eine der Angestellten nur. Die Ungewissheit habe ein Ende.

Auch die Kunden sind enttäuscht darüber, dass die Drogeriemärkte geschlossen werden: „Ich gehe regelmäßig im Schlecker einkaufen. Dort ist es viel persönlicher, und man bekommt schneller Hilfe als in großen Geschäften wie Müller“, erklärt Martina Wagner aus Felsberg. Die große Auswahl habe man sonst eher selten. Zwar gebe es noch Rewe und Aldi in Felsberg, diese hätten allerdings nicht immer die gewohnten Marken.

„Um bestimmte Produkte zu bekommen, muss ich jetzt nach Melsungen fahren. Man kann nicht eben mal schnell zu Fuß noch etwas besorgen“, sagt Dagmar Weiß aus Gensungen.

Besonders groß ist die Empörung über ein Schreiben der Familie Schlecker. Dieses war im Kundenmagazin vom März abgedruckt und hing seit Anfang des Monats in den Filialen aus. Darin bedankt sich die Familie für die Treue der Kunden trotz der schweren Zeiten. Außerdem heißt es: „Wir sind weiter für Sie da! Wir, das sind vor allem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hier bei Ihrem Schlecker vor Ort.“ Das sei ein Hohn in Anbetracht, dass sie die Filialen vor Ort schließen, empört sich eine treue Schlecker-Kundin.

Petra Rehm, Filialleiterin des Melsunger Schlecker-Ladens, ist entsetzt über die Schließung. Sie arbeite bereits seit über zehn Jahren bei Schlecker. Die Arbeitsverhältnisse seien sehr gut, sie habe nie Grund zur Beschwerde gehabt. Schuld an dem Übel seien die Medien. „Die Zeitung und das Fernsehen haben die Drogeriekette in solch ein schlechtes Bild gerückt, dass die Kunden ihr Vertrauen verloren haben und woanders einkaufen“, sagt Petra Rehm. Und wenn kein Umsatz vorhanden sei, müsse man einige Filialen schließen. Es sei allerdings eine Schande, dass es soweit kommen musste.

Von Natalie Schmidt

Quelle: HNA

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