CDU bläst selbstbewusst zum Angriff auf sozialdemokratische Mehrheit

Kommunalwahl: Die Union will ans Ruder

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Die vorderen Platzierten auf der CDU-Kreistagsliste: von links Bernd Pfeiffer (Homberg), Dietrich Hahn (Frielendorf), Mark Weinmeister (Guxhagen), Silke Böttcher (Felsberg), Bernd Siebert (Gudensberg), Veronika Backes (Neukirchen), Karl-Wilhelm Lange (Fritzlar), und Reinhard Otto (Schwalmstadt).

Schwalm-Eder. Selbstbewusst und ziemlich unbeeindruckt vom mäßigen Image der unionsgeführten Bundesregierung präsentierte sich die CDU Schwalm-Eder am Samstag bei ihrem Kreisparteitag in Guxhagen.

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Die Botschaft an die Delegierten, die dort ihr Personal für die Kommunalwahl im März bestimmten, lautete: Dass es den Menschen in Nordhessen wirtschaftlich immer besser gehe, sei das Ergebnis von CDU-Politik. Und dass der Landkreis immer tiefer in schuldenbedingte Handlungsunfähigkeit rutsche, habe die SPD auf regionaler Ebene zu verantworten.

Auch jenseits solch wohlfeiler Wertungen war in der Runde der 132 Unionsvertreter nichts von gedrückter Stimmung zu spüren. Die Kreis-CDU zeigte sich für ihre Verhältnisse ungewöhnlich debattierfreudig. Um die Verteilungsgerechtigkeit der Listenplätze wurde zwischen den Stadt- und Gemeindeverbänden so munter gestritten, dass sich ein Delegierter gar „wie bei den Grünen“ vorkam.

Scharfe Abrechnung

„Wir wollen die Sozialdemokraten endgültig in die Opposition verdrängen“, schwor Mark Weinmeister (Guxhagen) das Publikum auf den bevorstehenden Wahlkampf ein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Staatssekretär tritt auf dem ersten Listenplatz der Union an und erntete lang anhaltenden Beifall für seine scharfe Abrechnung mit der Kreispolitik unter Führung der SPD.

Die Sozialdemokraten hätten den Schwalm-Eder-Kreis in den vergangenen fünf Jahren weiter in die Schuldenspirale getrieben, beim Verkauf der ehemals kreiseigenen Kliniken versagt sowie auch bei der Organisation des öffentlichen Nahverkehrs. Was Landrat Neupärtl als Investitionen ins Schulwesen verkaufe, sei hingegen durch Bundes- oder Landesgeld ermöglicht und somit der CDU zu danken.

Was wäre, wenn...

Auch dramaturgisch legte Weinmeister den Finger auf wunde Punkte der politischen Konkurrenz. Fast auf den Tag zwei Jahre sei es her, dass vier SPD-Dissidenten eine Landesregierung Ypsilanti verhindert hätten. Mit „Schaudern“ und mit breitem Pinsel entwarf er ein Was-wäre-wenn-Szenario des Stillstandes und der Verhinderung für den Fall, dass die SPD-Frau unter Tolerierung durch die Linkspartei die Landesgeschicke bestimmt hätte.

Der CDU-Kreisvorsitzende und langjährige Spitzenkandidat Bernd Siebert (Gudensberg) hatte den ersten Listenplatz für Weinmeister frei gemacht. „Wir treten an, um deutlich besser rauszukommen als beim letzten Mal“, sagte Siebert und räumte zugleich ein, die CDU sei derzeit „vom Rückenwind ein Stück entfernt“. Bei zunehmend guten Wirtschaftsnachrichten sei jedoch erwartbar, dass sich der Wind bis zur Wahl am 27. März wieder drehe. „Die Lage in Deutschland ist derzeit besser als die Stimmung auch im bürgerlichen Lager“, meinte der Bundespolitiker, der bei der Veranstaltung für seine 40-jährige Parteizugehörigkeit geehrt wurde.

Quelle: HNA

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