Unruhe im Forst: Nun wird Straße durch Wolfhager Stadtwald gesperrt

Kämpft seit zwei Jahren für eine Einschränkung des Verkehrs im Wolfhager Stadtwald: Förster Friedrich Vollbracht. Um die Wurzeln alter Bäume zu schützen vor rücksichtslosen Autofahrern hat er vor etwa einem Jahr Baumstämme als Hindernisse platziert. Foto: Thon

Wolfhagen. Wanderer und Jogger im Stadtwald Wolfhagen können aufatmen: Die Stadt Wolfhagen will die Gemeindestraßen zwischen Stöcketeich und Jeppenteich in Kürze für den Durchgangsverkehr sperren. Der hatte zuletzt überhand genommen. Teilweise waren die Fahrzeuge mit hohem Tempo durch den Wald gefahren, ohne Rücksicht zu nehmen auf Fußgänger, Läufer, Radfahrer oder Reiter.

Revierförster Friedrich Vollbracht drängt seit zwei Jahren darauf, die Verbindung zwischen beiden Teichen zu kappen und ein Befahren nur noch bis zu den Wanderparkplätzen zu erlauben. Der Forstmann nennt Gründe: Im Wolfhager Stadtwald setze man auf eine naturnahe Forstwirtschaft. Die Arbeit trage erste Früchte. So habe sich der Schwarzstorch angesiedelt, die Wildkatze streife durchs Revier und laut Vollbracht sei es eine Frage der Zeit, bis der Luchs in das Waldgebiet zurückkehre, das zusammen mit den Flächen im Waldecker Land über 2000 Hektar groß ist. Die Straße, die den Städten Wolfhagen und der Waldeckischen Domanialverwaltung gehöre, zerteile den Wald.

Ein weiterer Grund für die Sperrung sei der enorme Unterhaltungsaufwand. Jährlich müssten Baumschauen vorgenommen und kranke, faule Äste entfernt werden, die auf die Straße fallen könnten. Unter dem Aspekt der Kosten sei der Aufwand für die Straße nicht zu rechtfertigen, sagt Vollbracht.

Helmut Rupp, Leiter des Ordnungsamtes, bereitet derzeit die Sperrung der Gemeindestraße vor. Am Hellen Platz werde dann ein Schild darüber informieren, dass nur noch bis zum Parkplatz Stöcketeich gefahren werden darf. Kontrollen werde es an der Stöcketrifft und deren Verlängerung hinein in den Wald allerdings nicht geben. „Das ist mit zwei Hilfspolizisten personell nicht zu machen.“ Und Tempomessungen seien im Verhältnis zum Nutzen zu teuer.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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