Kuh Blondy gibt 100.000 Liter Milch

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Stolze Züchter: Helmut und Petra Hocke mit ihrer besten Milchkuh im Stall.

Niedervorschütz. Auf den ersten Blick ist die Rotbunte, die dutzende Gäste zu ihrem Stall in Niedervorschütz zog, eine Kuh wie jede andere. Auf den zweiten Blick auch.

Die Kuh von Landwirt Helmut Hocke ist weder besonders schön noch besonders zutraulich. Und doch ist sie so besonders, wie es nur eine von 5000 Milchkühen ist: Blondy, so heißt die Unscheinbare, hat in ihrem Leben 100.000 Liter Milch gegeben.

Der hessische Zuchtleiter Jost Grünhaupt hat sie jetzt ausgezeichnet. „Für ihre Lebensleistung“, sagt er. Er wird ihr eine Scherpe umhängen und Helmut und Petra Hocke eine Urkunde überreichen. Die anderen Gäste, es sind Freunde und Bekannte, gratulieren den Besitzern und Züchtern mit Blumen.

Es ist ein besonderer Tag für Helmut Hocke: 24 Jahre ist es her, dass eine Kuh aus seinem Stall die 100.000-Liter-Marke geknackt hat. Die Traummarke, wie sie Helmut Hocke nennt.

Er hat Blondy geschoren und mit Shampoo gewaschen, „damit sie richtig glänzt.“ Blondy steht mit glänzendem Fell in einem Paddock neben den Stehtischen und kaut unbeeindruckt an einem Bündel Heu.

„Sie ist zu meiner Lieblingskuh avanciert“, sagt Helmut Hocke und streicht Blondy über die Stirn. Als eine Schwarzbunte vor 13 Jahren das rotbunte Kalb auf die Welt brachte, da ahnte Hocke sein Glück noch nicht. „Blondy war ein bisschen spät dran“, erinnert sich Hocke. Spät dran heißt unter Züchtern, dass sie erst spät gekalbt hat.

Doch mit der Zeit wurde aus Zweifeln Zuversicht. „Jahr zu Jahr merkten wir: Die Rotbunte ist etwas besonderes.“ Blondy kalbte noch acht Mal und gab Eimer, ganze Tanks voller Milch. Tagein, tagaus. „Andere Kühe kränkelten – aber Blondy hat uns nie Kummer gemacht.“

Heute, mit stattlichen 13 Jahren, läuft Blondy immer noch mit einem prallen Euter über die Weide. Nur ihr Rücken hängt schon ein bisschen durch – nach neun Schwangerschaften.

„Schönheit vergeht auch bei Kühen“, sagt ihr Besitzer, „aber eine solide Kuh bleibt solide.“

Quelle: HNA

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