Unscheinbare Ruine in Großropperhausen

Thronte über dem Dorf: Die alte Burg in Großropperhausen wurde nicht mehr genutzt, sondern teilweise abgebrochen, und verfiel allmählich. Foto: Grede

Großropperhausen. Sehr unscheinbar ist die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burgruine in Großropperhausen, deren weitgehende Zerstörung für das Ende des 14. Jahrhunderts dokumentiert ist.

Die Ruine liegt als Spornburg an einem steilen Hang und wirkt in der umliegenden Ortsbebauung sehr unauffällig. Sichtbar sind heute noch ein rechtwinkliger Mauerrest des ehemaligen gotischen Wohnturms und Teile der Einfassungsmauer.

Die Ruine besteht im Wesentlichen aus einer etwa 20 Meter langen und ca. sechs bis zehn Meter hohen und ein Meter starken Mauerecke und südlich davon aus einer 13 Meter langen Stützmauer, die in ein U-förmiges Mauerstück endet. Über ihre tatsächlichen Erbauer herrscht Unklarheit. In Frage käme hierfür Wigand zu Gilsa. 1699 ging die Ruine in das Eigentum von Hans Ludwig von Baumbach über. Durch die frühe Zerstörung der Burg, die Witterungseinflüsse vieler Jahrhunderte und ggf. die Weiterverwendung von losen Mauersteinen für andere Bauwerke, ist von der Burg Ropperhausen nur noch sehr wenig übrig geblieben.

Gerade ihre Unscheinbarkeit macht es jedoch wert, die Ruine zu besuchen und sich auf der Durchreise ein paar Minuten Zeit für sie zu nehmen.

Stichwort:

Viele größere und kleinere Ortschaften verfügten im Früh, Hoch- und Spätmittelalter über solche Bauten, die teilweise auch heute noch vorhanden sind. Kleinere Burgen, Burgsitze und Schlösser waren jedoch auch in den Dörfern verbreitet: Seigertshausen, Willingshausen, Merzhausen, Rommershausen, Loshausen und weitere Orte konnten solche Herrschaftssitze vorweisen. Leider sind viele der genannten Bauwerke nicht mehr vorhanden. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Landsburg bei Allendorf, deren letzte Ruinen dem Basaltabbau weichen mussten. An ihrem ehemaligen Standort gähnt heute eine riesige Tagebaugrube. Selbst vom ehemaligen Aussichtsturm, der bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts an die Landsburg erinnerte, ist nichts geblieben.

www.schwalmgeschichten.de

Von Markus Neumann

Quelle: HNA

Kommentare