Stadt Homberg leitet Planungsverfahren ein

Unterkünfte für bis zu 400 Asylsuchende

Homberg. Die Stadt Homberg trifft Vorbereitungen, um in der ehemaligen Ostpreußenkaserne bis zu 400 Asylsuchende aufnehmen zu können.

In der Parlamentssitzung am Freitag fassten die Stadtverordneten Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für Teile des Kasernengeländes.

Lesen Sie auch

- Homberger Asyl-Debatte: RP will Kaserne mieten

- Asylbewerberheim: Pläne nicht vom Tisch

- Flüchtling aus Pakistan lebt als Asylbewerber in Homberg

- Asyl-Debatte: Magistrat lehnt Unterbringung in früherer Klinik ab

Grundsätzlich bestand Einigkeit, dass Flüchtlingen auch in Homberg geholfen werden müsse. Ob der Bedarf allerdings schon gegeben sei und die Planungen jetzt schon betrieben werden sollten, wurde unterschiedlich beurteilt. SPD, CDU, FDP und Grüne (bis auf ein Fraktionsmitglied) billigten das Planverfahren, einige Stadtverordnete der FWG stimmten dagegen. Aus ihren Reihen gab es eine Enthaltung.

„Im Grundsatz sind wir auch dafür, wir sollten aber erst planen, wenn Fakten vorliegen“, sagte Dietmar Groß (FWG). Hier werde wieder ein Zeitdruck unterstellt, den es nicht gebe.

Nach Informationen von Delf Schnappauf (Die Grünen) sind im zentralen Auffanglager Gießen 1400 Plätze neu geschaffen worden. Vielleicht gebe es derzeit also gar keinen Bedarf und die Stadt müsse nicht in Vorleistung treten.

Dem widersprach Bürgermeister Martin Wagner. In Gießen seien 1000 Plätze neu geschaffen worden. Aber auch darüber hinaus seien weitere Unterkünfte nötig. Ohne Beschluss über das Planungsverfahren könne die Stadt aber nicht reagieren.

„Wir sehen unsere Verantwortung und stehen dazu. Wenn wir mit der Planung warten, könnte es zu spät sein“, erklärte Klaus Bölling für die Fraktion der Grünen.

Die Stadt sollte ein Zeichen setzen, dass sie bereit ist, zu helfen, meinte auch SPD-Sprecher Stefan Gerlach. Bauarbeiten werde es erst geben, wenn der Bedarf absehbar ist.

„Wären die Asylsuchenden im ehemaligen Krankenhaus untergebracht worden, hätten wir die Diskussion nicht“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus-Thilo Kroeschell. (hro)

Quelle: HNA

Kommentare