30 Prozent der Betriebsinhaber sind über 55 Jahre alt

Unternehmer suchen dringend Nachfolger

Schwalm-Eder. Ein Dauerbrenner wird zum wachsenden Problem: Etwa 30 Prozent der im Bezirk der Handwerkskammer Kassel arbeitenden Unternehmer – auch der im Schwalm-Eder-Kreis – sind 55 Jahre alt oder älter. Für diese Betriebe werden mittelfristig Nachfolger gesucht. 2500 Unternehmen aus dem Schwalm-Eder-Kreis sind Mitglied der Handwerkskammer.

Das Problem der Betriebsübergabe ist sowohl bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwalm-Eder als auch bei der Kreishandwerkerschaft bekannt. Wenngleich beide Organisationen nicht über detaillierte Zahlen für den Kreis verfügen, sind sich ihre Vertreter darin einig, dass der demografische Wandel ein Teil des Problems ist: „Es gibt einfach immer weniger Fachkräfte, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen,“ sagt etwa Andreas Fischer von der IHK in Homberg.

Bernd Blumenstein, der bei der Handwerkskammer Kassel die Abteilung Betriebsberatung und Unternehmensführung leitet, berichtet, dass sein Beraterteam im vergangenen Jahr etwa 100 Gespräche im Kreis geführt habe, bei denen es hauptsächlich oder am Rande um Unternehmensnachfolge gegangen sei. In 38 Fällen sei es zu einer Lösung gekommen. Etwa die Hälfte der Nachfolger stammte aus der Unternehmerfamilie selbst, jeweils ein Viertel aus dem Mitarbeiterkreis und externer Bewerber.

Im gesamten Beratungsbezirk, der Nord-, Ost- und Mittelhessen umfasst, suchten 130 Unternehmer aktuell nach einem Nachfolger, aber nur 15 Fachleute seien auf der Suche nach einem eigenen Betrieb, erklärt Blumenstein.

Zu den Sorgenkindern gehörten traditionelle Betriebe wie Fleischerei und Bäckerei. Es gebe inzwischen immer mehr industrielle Anbieter wie Fleischwerke und Großbäckereien, die in handwerkliche Märkte drängten und so deren Perspektiven schmälerten. Hintergrund

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Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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