Unternehmer unter sich

Unternehmer unter sich:  Rösler warb in Ziegenhain für liberale Politik 

Gut gelaunt in Schwalmstadt: von links Constantin H. Schmitt, FDP-Landtagskandidatin Wiebke Reich, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und Carl-Heinrich Schmitt. Fotos: Quehl

Schwalmstadt. Zu einem hochkarätig besetzten Schwälmer Mittelständlertreffen kamen am Freitag Unternehmer und Freiberufler zusammen: Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) wurde beim Klimaanlagen-Hersteller Konvekta in Ziegenhain erwartet.

Engagiert, gut aufgelegt und nahezu pünktlich war der Vizekanzler und einst jüngster Minister, wobei es in dem Kreis der geladenen Gäste wenig kontrovers herging. Firmenchef Constantin H. Schmitt hatte da eher etwas zu viel versprochen, als er den hohen Gast vorwarnte: „Das wird keine Spaßveranstaltung für Sie, es erwarten Sie kritische Fragen.“

Tatsächlich war man sich einig, dass der Mittelstand die tragende und treibende Kraft in Deutschland ist und auch nach den Wahlen im September bleiben müsse. „Die Investitionsbremse in Europa lösen“, will der promovierte Mediziner Rösler, die europäischen Partner beim ernsthaften Sparen auf dem rechten, aber weiten Weg halten und mit dem bundesdeutschen Haushaltsausgleich ernst machen.

Reinhard Bauer

2016, so Rösler, könne Deutschland - erstmals seit 50 Jahren - Überschüsse erzielen. Das alles freilich setze den Erhalt der Regierungs-Koalition über den Herbst hinaus voraus. Schon der Gedanke an eine Umsetzung der rot-grünen Erbschafts- und Vermögenssteuerpläne trieb dem FDP-Bundesvorsitzenden den Ausdruck blanken Widerwillens ins Gesicht: „Das will ich mir gar nicht vorstellen.“

Thomas Hahn

So richtig in Fahrt geriet Rösler übers Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Das ist Planwirtschaft“, räsonierte Rösler nach einem Beitrag von Reinhard Bauer (Schwalmstadt) und löste gleich darauf Heiterkeit mit seinem Vergleich gegenüber dem Unternehmen Konvekta aus: „Das ist, als ob man Ihnen zwanzig Jahre lang Klimaanlagen abnimmt, die die Allgemeinheit zahlt, sie aber nicht bekommt.“ Chinesische Photovoltaikanlagen würden von Deutschland subventioniert.

Vor dem unpopulären Thema Fracking zuckte Rösler auch nicht zurück: „Ich bin nicht mit wehenden Fahnen dafür, aber man darf es auf gar keinen Fall verbieten“, vertrat er den liberalen Ansatz. Schon in zwei, drei Jahren werde die Industrie dabei ohne giftige Chemikalien auskommen, meinte er.

Vielleicht der Hauch einer Kontroverse tauchte schließlich doch noch auf, als Thomas Hahn (Frielendorf) von der, wie er sagte, „wichtigsten Branche Deutschlands“ sich über mangelnden Rückenwind für die Mehrwegverpackung beklagte, Rösler seiner Ansicht aber nur bedingt folgen mochte.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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