Gewässerkunde an der Erpe zur Vorbereitung auf die staatliche Fischereiprüfung

Unterricht im Wasser

Füße im Wasser: Bei der Vorbereitung auf die Fischereiprüfung mussten die Lehrgangsteilnehmer - hier mit Gewässerwart Karl-Heinz Hold (vorne rechts) vom Bürger-Angel-Sport-Verein - auch in die Erpe steigen. Foto: zih

Wolfhagen. Statt mit der Angel am Wasser zu stehen, um einen Fisch zu fangen, mussten 14 zukünftige Angler erst einmal selbst ins kühle Nass des Erpebaches in Ehringen. Denn auf dem Programm des Vorbereitungslehrgangs für den Erwerb des Angelscheins, den der Bürger-Angel-Sport-Verein Wolfhagen anbietet, stand die Gewässerkunde. Die ist neben Natur-, Tier- und Umweltschutzfragen, der allgemeinen und speziellen Fisch-, Geräte- sowie Gesetzeskunde ist die Gewässerkunde ein wesentlicher Teil der Ausbildung.

Die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang mit bestandener Zwischenprüfung ist Grundvoraussetzung zur Anmeldung und Teilnahme an der staatlichen Fischerprüfung. Die wollen die 14 Bewerber Anfang Dezember vor dem Prüfungsausschuss der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel ablegen.

Unter Anleitung durch den Vereinsgewässerwart Karl-Heinz Hold und im Beisein von Horst Siebert (Ehringen), stellvertretender Vorsitzender im Verband Hessischer Fischer, wurden die künftigen Hobbyangler in und an der Erpe nicht nur über das Sachgebiet Gewässer informiert, sondern mussten auch selbst nach vorgegebenen Kriterien den Zustand des Gewässers untersuchen und bewerten. Das beinhaltete unter anderem die Suche nach Kleinlebewesen als Indikatoren für vorhandene Arten wie etwa Krebse, Köcherfliegenlarven oder Dreieckskopfstrudelwürmer.

Der chemisch-pysikalische Teil beinhaltete eine Untersuchung von Schweb-, Nähr- und Schadstoffen, den Sauerstoffgehalt und natürlich den pH-Wert.

Kritik an Baggereinsatz

Die Erpe in Ehringen, so Vereinsvorsitzender Horst Ruth, sei eigentlich nicht der richtige Lernort. Denn zurzeit laichen die Forellen, und Angler gehen dementsprechend nicht ins Wasser. Viel gravierender für Ruth und seine Mitstreiter war jedoch, dass Flora und Fauna in dem Erpeabschnitt erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Denn rund 14 Tage zuvor war der Bachlauf durch eine vom Landkreis Waldeck beauftragte Firma mit Baggereinsatz „gereinigt“ worden. Das geschah erst vor zwei Jahren schon einmal. „Das Biotop Fließgewässer braucht nach so einem radikalen Eingriff aber gut zwei Jahre, bis es sich wieder erholt hat“, betonte Ruth. (zih)

Quelle: HNA

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