HNA-Markt: Unterwegs auf der Ponykutsche

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Leidenschaftlicher Kutscher: Manfred Faber genießt das Ausfahren. 

Er hat schon Walter Scheel in Wiesbaden kutschiert, wobei sie gemeinsam „Hoch auf dem gelben Wagen“ gesungen haben.

Von Christine Thiery

Manfred Faber ist mit Leidenschaft Kutscher – der Fahrsport hat 40 Jahre seiner Freizeit bestimmt. Nun will der 64-Jährige die Zeit für sein Hobby reduzieren und die Ausrüstung verkleinern. Viele seiner Kutschen hat er schon verkauft. Jetzt möchte er seinen Ponywagen in liebevolle Hände geben.

Zwölf Jahre hat der Zweispänner seine Dienste auf dem kleinen Ponyhof getan. Dort treffen sich auf der Wiese und dem Hof die Mädchen, striegeln Sultan und Samson, die beiden Shetlandponys, und machen sie fertig für die bevorstehende Ausfahrt.

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HNA-Markt: Manfred Faber will seinen zwölf Jahre alten Ponywagen verkaufen

Faber hat viele junge Leute im Fahrsport ausgebildet, er ist Trainer für das Pferdekutschieren. Die ersten Ponywagen hatte er einst für seine eigenen Kinder angeschafft, später kam die Ausbildung für die jungen Menschen hinzu. Dass er den Fahrsport bis in den letzten Winkel ausgekostet hat, zeigt ein Blick in die Scheune. Unzählige Trensen, Geschirre und allerlei Kutscherzubehör zeugen von einer ausgiebigen Zeit rund um den Pferdesport. Zeitungsartikel und Fotos tun das Übrige dazu. Er sei viele Turniere selbst gefahren und war im Leistungssport als Beifahrer dabei. Fotos von Mehrspännern, historischen Kutschen und einer Kutschfahrt nur mit Schimmeln zeugen davon. Einer der Höhepunkte war auch die Ausfahrt mit Walter Scheel. „Ich hatte zehn Kutschen, unterschiedlichster Größe“, sagt er. Übrig blieb der kleine Ponywagen, den er jetzt auch abgeben möchte. Es handele sich um eine kleine Jagdkutsche, erzählt er. Das zeige der seitliche tiefe Einstieg auf der hinteren Sitzbank. „Einst mussten die Jäger das erlegte Wild möglichst schnell und unkompliziert in den Wagen hieven.“

Wendiges Gefährt

Das wurde mit dem zwölf Jahre alten Gefährt allerdings nie gemacht. Eher hatten die Kinder dort Platz und Spaß beim Herumkutschieren. Noch heute schnallt er die Ponys an und ab geht es zur leichten Rundfahrt durch das Dickershäuser Gelände. Stolz ist er auf das kugelgelagerte Drehkreuz. „Damit können Sie auf einem Bierdeckel wenden“, sagt er und führt es prompt vor. Das sei in beengten Straßenverhältnissen von großem Wert.

An der Seite des Kutscherbocks hängt die Kelle zum Anzeigen der Fahrtrichtung. Daneben glänzen die Messing-Petroleum-Lampen, unerlässlich für Fahrten im Dunklen. Für das sichere Bremsen sorge die Spindelbremse. Die Kutsche richte sich nach den Vorgaben der Dekra. „Alles muss für das Fahren im Straßenverkehr sicher sein“, sagt er. Auch ein Verbandskasten ist an Bord. Schwere Unfälle hatte er in den langen Jahren aber nicht.

Die Mädchen auf dem kleinen Ponyhof ziehen den Ponys Samsung und Sultan währenddessen die Kumtgeschirre an. Die beiden je 200 Kilo schweren 18 Jahre alten Ponys könnten mittels der speziellen Vorrichtung das Doppelte ihres Gewichtes ziehen, erklärt Faber.

Tiergerechte Haltung sei eines der Gebote eines Kutschers. Man müsse die Kräfte der Tiere im Sinne der ethischen Tierhaltung schonen, empfiehlt er den künftigen Besitzern der Ponykutsche. Die Geschirre will der Dickershäuser auch verkaufen. Selbst die Ponys sollen bald den Hof verlassen. Der Verkaufspreis der Kutsche liegt bei 950 Euro – auf Verhandlungsbasis.

Quelle: HNA

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