Unwetter führt zu Behinderungen überall im Landkreis

Schwalm-Eder. Zahlreiche Straßen und Keller sind in der Nacht zu Montag durch die anhaltend starken Regenfälle überflutet worden. Außerdem floss an der A7-Abfahrt Melsungen Wasser wie ein Fluss über die Fahrbahn, was zu Behinderungen führte. Auch die Bundesstraße 83 ist laut Polizei erheblich überflutet.

Der starke Dauerregen hat in Stadtteilen von Homberg zu Überschwemmungen geführt. „Am stärksten betroffen ist Mühlhausen“, sagte Christian Ide, Pressesprecher der Feuerwehr Homberg. Näheres zum Einsatz in Mühlhausen und Berge finden Sie in diesem Artikel.

Den ersten Einsatz hatten die Feuerwehren bereits am Sonntagabend, als um 19 Uhr ein Notruf aus Wernswig einging. Seitdem sind die Wehren durchgehend im Einsatz. „Wir hoffen, dass kein neuer Regen einsetzt. Dann sind wird Montagabend fertig.“ Insgesamt sind 91 Feuerwehrleute im Einsatz. Beteiligt sind die Wehren aus Berge, Mühlhausen, Caßdorf, Sondheim, Wernswig, Lembach und aus der Homberger Kernstadt.

Aktualisiert um 12.05 Uhr.

Am Montagmittag steigt der Pegel der Fulda in Melsungen um sieben Zentimeter pro Stunde. Das teilte die Polizei auf HNA-Anfrage mit. Sollte das Wasser weiter steigen, wäre in etwa drei Stunden die Hochwasserstufe 1 erreicht. Der Pegel steht laut Bernd Herwig vom Ordnungsamt Melsungen bei 2,09 Meter. Normal seien 1,50 Meter. Mittlerweile sind die Radwege entlang der Fulda gesperrt. Sollte der Pegel über drei Meter steigen, müsste auch der Parkplatz am Sand gesperrt werden. Zu Verkehrsbehinderungen durch das Hochwasser kam es bislang nicht. Zwischen Melsungen und Kirchhof ist laut Polizei ein Hang abgerutscht.

Aus Homberg-Berge kommt man derzeit weder rein noch raus, berichtet HNA-Leserin Rebecca Neumann am Montagmittag. "Man kommt nicht zur Arbeit oder zur Schule. Heute morgen konnte man noch nicht mal mit Gummistiefeln durch die Flut", berichtet sie.

Einen Überblick mit Liveticker über den Dauerregen in der Region finden Sie unter:

-Hochwasser in Nordhessen und Südniedersachsen

Aufgrund der außergewöhnlich starken Regenfälle der letzten 24 Stunden entwickelte sich laut Polizei am frühen Montagmorgen eine prekäre Situation an der Autobahn 7. In der Nacht floss Wasser wie ein Fluss über die Abfahrt. Im Stadtgebiet Melsungen sind etliche Straßen überflutet. Die freiwilligen Feuerwehren sind im Einsatz und versuchen, Schlimmeres zu verhindern.

Die Polizei hat etliche Straßen gesperrt und bittet die Verkehrsteilnehmer, Melsungen und dessen Ortsteile weiträumig zum umfahren. Auch die Bundesstraße 83 ist erheblich überflutet. Auch andere Ortschaften im Schwalm-Eder-Kreis sind betroffen. Allein in der Nacht waren etwa 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Einsatz.

Die Straße zwischen Wolfershausen und Haldorf war durch einen umgestürzten Baum versperrt. De Freiwillige Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle und beseitigte den Baum. Nach kurzer Zeit war die Straße wieder für den Verkehr befahrbar.

Die Freiwillige Feuerwehr Beuern räumte die Regeneinläufe des Sunderbaches frei. Alle Straßen im Ortskern des Felsberger Stadtteils waren überflutet. Die Freiwillige Feuerwehr Melsungen wurde im Laufe des Montags mehrfach zu Hilfe geholt, um vollgelaufene Keller auszupumpen.

Die Regeneinlaufschächte im Kreisteil Melsungen waren verstopft, ebenso Rechen an Bächen, die Äste und Unrat aus dem Kanalsystem fernhalten sollen. So suchten sich die Wassermassen einen eigenen Weg.

Besonders betroffen war Melsungen. Als erstes wurde um 1.30 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Obermelsungen alarmiert. Hier drohten Wasser und Schlamm, die von den Hängen herunterkamen, mehrere Firmengebäude zu überfluten. Wenige Minuten später heulten in Kirchhof die Sirenen. Hier waren Keller vollgelaufen.

Dann wurde die Lage in der Kernstadt kritisch. Am Hombach war der Rechen am Bacheinlauf, der aus Richtung Autobahn kommt, verstopft. Mehrere Meter breit strömten die Wassermassen über den Hof eines ehemaligen Autohauses und dann in die Rotenburger Straße. Diese Straße war von der Ampelkreuzung bis zum Ortsausgang Melsungen in Richtung Autobahn einseitig nicht mehr passierbar. Das Wasser stand stellenweis bis zu einem halben Meter hoch auf der Fahrbahn. Von der Ampelkreuzung aus bahnte sich das Wasser dann einen Weg durch die Schlossstraße, die Kasseler Straße und die Amtsgasse in die Schlachthofstraße. Hier wurde ein größerer Parkplatz überflutet.

Fotos: Unwetter im Landkreis Schwalm-Eder

Unwetter im Landkreis Schwalm-Eder

Mehrere Straßen wurden von der Polizei kurzzeitig gesperrt. Dies betraf auch die Kasseler Straße vom Krankenhaus bis zur Sparkassenkreuzung. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug über die überfluteten Straßen fuhr, bildete sich eine regelrechte Flutwelle, die weitere Grundstücke, Garagen und Keller gefährdete. Vom Bauhof der Stadt Melsungen wurde ein Bagger zum Regeneinlauf am Hombach gebracht. Mit diesem Bagger wurde der Rechen angehoben.

Schlagartig entspannte sich die Lage in der Fritzlarer Straße, da das Wasser nun wieder direkt in die zwei Meter großen Kanalrohre fließen konnte. Die Feuerwehrleute öffneten an verschiedenen Straßen die Gullys und entfernten die Fangkörbe, so dass das Wasser direkt ins Kanalnetz laufen konnte. Auch hier lief das Wasser dann verhältnismäßig schnell ab. Auch in der Gerbergasse hatte sich ein großer See gebildet. Hier konnte der Kehrenbach die enormen Wassermassen nicht aufnehmen.

Auch in den Felsberger Stadtteilen Gensungen und Hilgershausen waren die Feuerwehren in der Nacht zum Montag im Einsatz und beseitigten Hochwasserschäden oder räumten Bacheinläufe frei. (zot/rpp/jon)

Quelle: HNA

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