Gewittersturm über Naumburg: Dächer beschädigt, Bäume gefällt

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Unterstützung aus Wolfhagen: Die Feuerwehr kam mit der Drehleiter auf dem Hof Werner. Die losen Ziegel mussten abgeräumt werden, vom Dach oder von einer Steckleiter aus wäre das zu gefährlich gewesen. Fotos:  Norbert Müller

Naumburg. Kurz und heftig, so kam das Gewitter am Freitag gegen 20.30 Uhr über die Stadt Naumburg. Dächer wurden beschädigt, Bäume kippten auf Straßen, aber auch auf eine Garage und den Eingangsbereich eines Ausflugslokals. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun. Verletzt wurde niemand.

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Martin Werner war der Schrecken auch am Samstagmorgen noch anzusehen. Bis in die Nacht hinein liefen die Sicherungsarbeiten am ramponierten Dach eines Wirtschaftsgebäudes seines Hofes an der Bahnhofsstraße in Naumburg. Nach einer schlaflosen Nacht ging es am Samstag um 6 Uhr mit Unterstützung von Nachbarn und Verwandten weiter.

Gegen Mittag war der Schutt, die herabgestürzten Ziegel, geräumt, nur noch die Dachdecker, die das vom Sturm gerissene Loch erstmal notdürftig mit einer stabilen Plane abdichteten, arbeiteten noch auf dem Gebäude. Eine Fläche von gut 75 Quadratmetern muss in der kommenden Woche neu eingedeckt werden.

Was da am Freitag gegen 20.30 Uhr passierte, kann Martin Werner noch immer nicht so ganz fassen. Mit seiner Frau hatte er vor dem Fernseher gesessen, als das Unwetter mit Blitz und Donner, Hagel und Starkregen - begleitet von heftigen Sturmböen - von Westen her aufzog. Als das Gewitter dann kurz und heftig über Naumburg tobte, sah er sich die Szenerie vom Fenster aus an und entdeckte den prächtigen, mehr als 100 Jahre alten blühenden Fliederbusch abgeknickt neben dem Haus.

Ein Blick aus der Haustür machte dem früheren Landwirt deutlich, dass es nicht allein den Flieder getroffen hatte. Werner: „Da hab ich dann das ganze Elend gesehen.“ Vom Dach eines ans Wohnhaus angrenzenden Wirtschaftsgebäude hatte der Sturm einen Teil der Ziegeleindeckung abgeräumt, und immer wieder knallten Ziegel zerberstend auf den Innenhof.

Die Werners wählten den Notruf, die Naumburger Feuerwehr wurde alarmiert.

Die hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun. Bei den Werners leisteten die Brandschützer Hilfe, ab 22.30 Uhr mit Unterstützung der Wolfhager Wehr, die mit der Drehleiter anrückte. Arbeit gab es aber auch an anderen Stellen. In der Postgasse hatte der Sturm ebenfalls ein Dach stark beschädigt, einzelne, lose Ziegel hatte es in der gesamten Stadt auf die Wege geblasen. 

Bilder der Zerstörungen

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Die Straßen In der Röde und Unter den Linden mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden, der Weg Zum Krebsbach oberhalb des Freibades war unpassierbar, dort war eine gut 130 Jahre alte Eiche auf eine Garage gekracht. Das Ausflugslokal Hasenacker bekam eine alte Kiefer aufs Dach.

Nach und nach arbeitete die Wehr die Einsatzstellen ab, auch am Samstag waren die Feuerwehrleute noch im Einsatz wie auch Mitarbeiter der Stadt Naumburg - vom Bauhof, aber auch von der Verwaltung, die spontan zum Arbeitseinsatz anrückten.

Im gesamten Stadtgebiet waren Hauseigentümer am Samstagvormittag mit Kehrarbeiten beschäftigt.

Welche Gesamtkosten der Sturm angerichtet hat, ist noch nicht ermittelt, allein die Reparatur des Dachs von Martin Werner wird nach Schätzung des Dachdeckers mindestens 6000 Euro kosten.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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