Fundament der ersten Altars der Stadtkirche - Geschichtsverein hilft mit Spende

Uralte Mauer sichtbar machen

Hilfe für Historisches: Der Teil der in der Wolfhager Stadtkirche gefundenen Fundamentmauern des 1235 geweihten Altars soll hinter Glas geschützt und in der Kirche seinen Platz finden. Dafür spendete der Heimat- und Geschichtsverein 1000 Euro. Das Geld erhielt Pfarrer Hans-Jürgen Basteck (Mitte) durch (von links) Walter Tripp, Hermann Neumeyer, Richard Mangold und Karlheinz Marschall. Foto: zih

Wolfhagen. Mit einer Spende von 1000 Euro will der Wolfhager Heimat- und Geschichtsverein der evangelischen Kirchengemeinde helfen, ein uraltes Stück Mauer zu erhalten und sichtbar zu machen.

Die etwa zwei Mal zwei Meter großen Mauer war bei denSanierungsarbeiten der Wolfhager Stadtkirche (Gesamtvolumen: 2,5 Millionen Euro) freigelegt worden (wir berichteten). Die Entdeckung ist eine kleine historische und archäologische Sensation. Denn nach zweiwöchigen Untersuchungen durch Experten vom Hessischen Amt für Denkmalpflege - während dieser Zeit mussten im Kirchenschiff die Arbeiten ruhen - stellte sich heraus, dass es sich um das älteste geschichtliche Zeugnis der Stadt Wolfhagen handelt, die 1231 vom ludowingischen Landgrafen Konrad von Hessen-Thüringen gegründet wurde. Kurz danach begann bereits der Bau des gotischen Gotteshauses, einer Filialkirche der Erzpriesterkirche auf dem nahegelegenen Schützeberg.

Der Altar der neu gebauten Stadtkirche wurde am 28. August 1235 zu Ehren der Jungfrau Maria geweiht. Und exakt auf das Jahr 1235 datierten die Archäologen die jetzt entdeckten Mauerreste - nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zweifelsfrei das Fundament des ersten Altars.

Anliegen des Geschichtsvereins ist es, dieses älteste belegte Zeugnis der Stadtgeschichte der Nachwelt sichtbar zu erhalten. Deshalb wird mit der 1000 Euro-Spende über den Mauerresten eine starke Glasplatte installiert, zudem das 775 Jahre alte Altarfundament durch Strahler beleuchtet.

Gottesdienstbesucher werden den historischen Mauerrest jedoch frühestens Ende des nächsten Jahres in Augenschein nehmen können. Denn ab Februar 2011, so Pfarrer Hans-Jürgen Basteck, wird wegen der Bauarbeiten die Kirche für etwa zehn Monate geschlossen. Dann finden die Gottesdienste in der katholischen Kirche Sankt Maria statt. Basteck: „Wir hoffen, dass wir Weihnachten 2011 wieder in der Stadtkirche feiern können.“ (zih)

Quelle: HNA

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