Maßarbeit beim Transport: Wertvolles Flusskieselmosaik ins Fritzlarer Museum gebracht

Fritzlar. Das war Zentimeterarbeit. In stundenlanger Arbeit ist am Dienstag das wertvolle Flusskieselmosaik in das Fritzlarer Hochzeitshaus, Standort des Regionalmuseums, gebracht worden. Zuvor hatte es jahrelang auf dem Gelände des Fritzlarer Hospitals gelegen, nachdem es 1995 entdeckt worden war.

Das Mosaik stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bei Ausgrabungen gefunden. Es ist mindestens in Hessen einmalig, sagte Dr. Ulrich Skubella vom Verein Pro Fritzlar. Das Mosaik war an seinem Standort im Hospitalshof in einen Rahmen eingefasst worden. Nun wurde es auf einen Lastwagen der Firma Kurz aus Willingshausen-Zella verladen und durch die Stadt bis zum Museum gefahren.

Dort wurde es spannend. Mitarbeiter der Zimmerei Draude hatten eine alte Türzage im Hochzeitshaus entfernt und so genug Platz geschaffen, um das Mosaik in das Gebäude zu bekommen.

Auf Gestell durch die Tür

Mitarbeiter der Firma Kurz aus Willingshausen-Zella bauten zunächst aus Paletten und Holzteilen ein Podest. Dann wurde das Mosaik auf ein Spezialgestell gehoben. Mit diesem wurde es in eine Schräglage gebracht, da es anders nicht durch die Tür gepasst hätte.

Den Experten, die den Arbeiten zusahen, stockte immer wieder der Atem, denn sie befürchteten, das Mosaik könnte unter den Erschütterungen leiden und im schlimmsten Fall zerbrechen. Dafür war Restaurator Ralf Stark mit seinen Leuten nach Fritzlar gekommen. Er hätte eingreifen können, um die wertvollen Steine zu sichern.

Doch mit viel Mühe gelang es, das Holzgehäuse in das alte Haus zu bugsieren. Unter anderem mussten vom Kasten Teile wieder abgesägt werden. Dann wurde er mit Unterstützung des Krans Stück für Stück voran geschoben. Doch im Inneren ging die Arbeit weiter: Das gute Stück musste langsam wieder abgesenkt und in die Vertiefung eingepasst werden.

Flusskieselmosaik aus dem 13. Jahrhundert

Von Olaf Dellit

Fritzlar. Das wertvolle Flusskieselmosaik ist wohlbehalten an seinem neuen Standort im Fritzlarer Regionalmuseum angekommen. Gegen 23 Uhr waren am Dienstag die Arbeiten beendet, sagte Dr. Ulrich Skubella vom Verein Pro Fritzlar. Um 9 Uhr hatten Fachleute aus Willingshausen-Zella mit der Verladung begonnen und das gut verpackte Mosaik vom Krankenhaus zum Hochzeitshaus gefahren, in dem das Museum untergebracht ist.

Dort war zunächst eine Tür samt Zage ausgebaut worden. Das Mosaik wurde abgeladen, in einem Gestell in Schräglage gebracht und in das Haus geschoben. Im Inneren wurde das Gestellt noch einmal verstärkt. Nachdem das Museumsstück aus dem 13. Jahrhundert wieder in die Horizontale gebracht worden war, wurde es per Kran in die vorgesehene Vertiefung gehoben. Skubella kommentierte den komplizierten Transport so: „Es war eine Zangengeburt, aber das Kind lebt.“

Nun wird die Neukonzeption des Museums abgewartet, bevor das hessenweit einmalige Stück für die Öffentlichkeit unter einer Glasplatte zugänglich gemacht werden soll. (ode)

Quelle: HNA

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