Christel und Reinhold Garde bewirtschaften den Campingplatz in Beiseförth

Urlaub vor der Haustür

Beiseförth. Es war kein unmoralisches, aber doch ein sehr überraschendes Angebot, das Herbert Vaupel im vorigen Jahr Christel Garde machte: Der Malsfelder Bürgermeister fragte sie, ob sie denn nicht das Beiseförther Schwimmbadcafé samt Campingplatz bewirtschaften wolle.

Christel Garde zögerte nicht lange, denn sie bringt alle erforderlichen Talente für diesen Job mit: Sie hat Spaß am Bewirten, sie ist gerne mit Menschen zusammen – und sie hat überhaupt keine Angst vorm Arbeiten.

Heute weiß sie, dass das die die perfekte Kombination für ihren neuen Beruf der Campingplatzpächterin ist. Vielmehr ist es ihr Zweitberuf, denn bevor sie mittags um 12 Uhr das Schwimmbadcafé öffnet, hat sie schon seit dem frühen Morgen sechs Stunden lang in einer Reinigungsfirma gearbeitet.

Doch ganz allein steht die 56-Jährige mit ihren neuen Aufgaben nicht da: Ihr Ehemann Reinhold unterstützt sie in jeder Hinsicht. Der 65-Jährige zapft Bier, bedient die Gäste im Café und ist Ansprechpartner für die Camper. Als die Gardes den Platz im vorigen Jahr übernahmen, gab es zwei Dauercamper. Nun sind es schon acht. „Es spricht sich herum, dass wir hier ein tolles Gelände und eine gute Gemeinschaft haben“, sagt Christel Garde. In der Tat bieten sie ungewöhnliche Stellplätze an: Die Wohnwagen stehen auf der einen Seite direkt an der Fulda, auf der anderen direkt am Naturbadesee.

Gute Aussichten

Gardes legen aber nicht nur Wert auf eine schöne Aussicht, sondern auch auf guten Service. Sie haben Adressen von Kanuverleihstationen parat, geben Angelscheine für den See aus und Tipps für Ausflüge. Auch verhungern muss niemand: „Bei uns kommen nur Pommes in die Friteuse, alles andere kochen wir frisch“, sagt Reinhold Garde.

Er hat zusammen mit seiner Frau nicht nur eine neue Aufgabe, sondern auch eine zweite Bleibe. Trotz der Tatsache, dass Gardes nur wenige hundert Meter entfernt wohnen, übernachten sie nun auch immer wieder einmal im eigenen Wohnwagen am eigenen Campingplatz.

Noch vor zwei Jahren, sagt Christel Garde, hätte sie nicht geglaubt, dass sie, die ihr Leben noch keinen Urlaub am Campingplatz gemacht hat, so viel Spaß daran haben würde. Nur Herbert Vaupel scheint es geahnt zu haben: Er hat das Angebot also genau der Richtigen gemacht. WEITERE ARTIKEL

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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