Ein Herz für die Liebe

Valentinstag: Für die einen Romantik pur, für die anderen reiner Kommerz

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Ein beliebtes Geschenk zum Valentinstag: Der Homberger Florist Jan Kothe mit roten Rosen.

Schwalm-Eder. Rote Rosen, soweit das Auge reicht, ein sinnlicher Geruch liegt in der Luft. Der „Verrückte Florist“ aus Homberg ist gut auf den Rosenboom am Tag der Liebenden vorbereitet. „Wir haben 1400 Rosen bestellt, speziell bieten wir ausgefallene Farben der Blumen an“, erzählt Eva Kothe aus dem Floristikladen.

Am besten gingen die Valentinsrosen – ein weißer Kopf mit einem roten Herz in der Mitte – über den Verkaufstresen. Es sei keine Seltenheit, dass sich eine Schlange bilde, meistens mit Männern, die für ihre Partnerinnen die Rose als Beweis der Liebe besorgen. Dass Rosen an solchen Tagen, wie auch an Muttertag, besonders teuer sind, gehe auf den Großhandel zurück: Schon vor einer Woche seien die Einkaufspreise für die dornige Blume immens gestiegen.

In ungezählten Gastronomiebetrieben und Hotels finden am Valentinstag besondere Veranstaltungen statt. Das Hotel Kloster Haydau in Morschen etwa bietet Übernachtung im Doppelzimmer mit romantischem Menü und Spa-Nutzung. Auch das Schloss Garvensburg in Züschen bereitet für Verliebte ein Abendessen bei Kerzenschein zu. Die 80 Plätze sind laut Lars Wetzel vom Schloss Garvensburg restlos ausverkauft. „Gerade für Eheleute ist dieser Tag etwas Besonderes und sie nutzen ihn, um an den Ort ihrer Trauung zurückzukehren“, sagt Wetzel.

Eine Flut an Hochzeiten, die der Tag der Liebenden eigentlich erwarten ließe, bleibt im Schwalm-Eder-Kreis aber aus. In Schwalmstadt heiratet nur ein Paar – weil das Datum wohl gut gepasst habe. „Es lässt sich einfach keiner trauen“, erklärt auch Karola Schwarz vom Melsunger Standesamt. Ein Paar habe zwar gezielt am Valentinstag heiraten wollen, aber aus gesundheitlichen Gründen musste die Hochzeit verschoben werden.

Insgesamt seien die Menschen zögerlicher mit besonderen Kalendertagen oder Schnapszahl-Daten geworden. „Gefragt sind eher die Brückentage, damit alle dabei sein können“, sagt Schwarz. Ähnlich beschreibt auch Ernst Kubisch vom Standesamt in Homberg die Situation: „Ich bin seit über 30 Jahren Standesbeamter, und am Valentinstag gab es immer nur ein bis zwei Hochzeiten.“

Die beliebte Saison für Hochzeiten beginne erst im Mai. Dieses Jahr lasse sich in Homberg am 14. Februar ein Paar trauen. Das Standesamtes Fritzlar bietet über das Jahr verteilt auf Schloss Garvensburg Trauungen an. Am Valentinstag finden dort zwei der drei geplanten Hochzeiten statt. Ob sich die Paare wegen der besonderen Bedeutung für den Valentinstag entschieden haben, bleibt ihr Geheimnis.

Von Jasmin Paul

und Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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