Kita nicht umzäunt

Zerstörte Hütten, überall Müll: Vandalismus im Waldkindergarten Treysa

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Wollen einen sauberen Platz: Die Kinder, Eltern und Erzieherinnen wünschen sich, dass der Vandalismus am Waldkindergarten in Treysa aufhört.

Schwalmstadt. Die Erzieherinnen und Kinder des Treysaer Waldkindergartens „Schwälmer Wurzelzwerge" sind es leider gewöhnt, dass sie montags erst einmal Müll beseitigen und aufräumen müssen. Regelmäßig wird am Wochenende auf dem Gelände der Kita gewütet.

Doch als vor kurzem die Weidenhütten zerstört wurden, war das ein trauriger Höhepunkt. Die Kinder können es nicht fassen, dass sie ihre schöne Spielmöglichkeit nun nicht mehr nutzen können.

Der Elternbeirat und die Erzieherinnen wandten sich an Ordnungsamt und an die Polizei. Dort hieß es, sei kein messbarer Schaden entstanden und die Kita zudem nicht umzäunt. Eine der Hütten hatten die Eltern als Osterüberraschung aus Weiden- und Haselnussruten vor zwei Jahren für die Kinder gebaut. „Sie hatten sich so sehr über das große Osterei gefreut“, erinnert sich Erzieherin Gabriele Planz. Ein Jahr später kam dann eine zweite Hütte dazu.

„Wir haben immer ganz viel dort gespielt“, erzählen die 16 Schwälmer Wurzelzwerge. Verstecke, Höhle, Küche - die Weidenhütten setzen der Fantasie der Kinder keine Grenzen. Die beiden igluförmigen Unterschlüpfe sind zusammengefallen, vermutlich hatte sich jemand mit voller Wucht darauf geworden.

Jetzt dürfen die Kinder dort nicht mehr spielen. „Es besteht die Gefahr, dass sie sich verletzen“, sagt Mutter Alexandra Hojczyk. Stefan Ebener und Carina Wagner vom Elternbeirat möchte nun Anwohner, Spaziergänger und Wanderer auf das Problem des Vandalismus aufmerksam machen. „Wenn jemand etwas beobachtet, kann er anrufen oder uns ansprechen“, sagen die Eltern.

„Wir haben ja nichts dagegen, wenn sich hier mal jemand hinsetzt“, sagt Erzieherin Annegret Heyde. Doch die Besucher sollten den Kindergarten-Platz so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben und nicht voller Müll und Unrat. Es sei wirklich frustrierend für Erzieherinnen und Kinder, die Zerstörungswut zu erleben. Hatten die Kinder Gebasteltes in den Bäumen und Sträuchern, die das Gelände des Waldkindergartens in der Igelsheide umsäumen, aufgehängt, zerstörten Unbekannte das. Regelmäßig müssen die Baumstämme, die als Sitzplätze im Begrüßungskreis dienen, wieder zusammengesammelt werden. Auch die Plastikplane des Unterstandes wurde schon angekokelt.

Ob die Eltern die Hütten noch einmal aufbauen, wissen sie noch nicht. Viel Mühe und Arbeit hatten sie hineingesteckt, um ihren Kindern eine Freude zu machen. Die hingegen wünschen sich sehnlich, dass ihr geliebter Spielplatz wieder hergerichtet wird.

Von Claudia Schittelkopp 

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Quelle: HNA

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