VdK-Vorsitzender Klaus Brandt wird 75 Jahre alt

VdK-Vorsitzender Klaus Brandt wird 75 Jahre alt

Fritzlar-Homberg. Klaus Brandt wird am Donnerstag (29. November) 75 Jahre alt und kann sich noch richtig aufregen; über private Krankenkassen zum Beispiel, die versuchen, chronisch kranke Mitglieder loszuwerden.

Darüber, dass die Bundesregierung neue Schulden macht, obwohl die Steuern sprudeln wie schon lange nicht mehr. Ja, sagt der Vorsitzende des VdK Fritzlar-Homberg, man müsse sich auch aufregen können, denn „sonst kann man das nicht mit ganzem Herzen machen“. In der VdK-Geschäftsstelle sehe er die Fälle, wo Alte und Behinderte schlecht wegkommen in dieser Gesellschaft. Hilfe im Formularkrieg Der VdK berät diese Menschen, hilft ihnen beim Formularkrieg mit den Behörden und bietet, das sei ganz wichtig, Geselligkeit bei Fahrten und Feiern. Seit 1988 ist Brandt Vorsitzender des Verbandes im Kreisteil.

In dieser Zeit habe sich viel verändert, erinnert er sich. 1950 war er für Kriegsbeschädigte und -hinterbliebene gegründet worden. Inzwischen wird die Betonung auf Sozialverband gelegt, vor allem Rentner und Schwerbehinderte sind dort organisiert. Seit Brandt den Chefposten übernommen hat, ist die Zahl der Mitglieder von 2400 auf 3700 gestiegen. „Das ist nicht nur mein Verdienst“, sagt er, „sondern auch das der Politik.“

Deren Auswirkungen sorgten dafür, dass viele den VdK als Vertretung brauchten. „Wir haben schon vor fünf, sechs Jahren vor Altersarmut gewarnt“, sagt er als Beispiel. Minijobs, Halbtagesstätigkeiten und anderes – all das werde dafür sorgen, dass künftig noch mehr Menschen Grundsicherung beantragen werden. Seinen Verband mit der Geschäftsstelle in Fritzlar sieht der Jubilar als Dienstleistungsbetrieb, bei dem vor allem Teamarbeit zähle: „Sonst geht nämlich gar nichts.“

Zu dem Team gehören unter anderem die Kreisassistentinnen, die die Mitglieder beraten und Kontakt mit Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden aufnehmen. 2014 Wechsel an der Spitze Bei der Wahl 2014 will Brandt den Vorsitz an Erich Niemeyer übergeben. Dann hat er wohl wieder etwas mehr Zeit, denn davon bleibt ihm jetzt nicht viel. Wenn doch, liest er gerne, vor allem Historienromane und Sachbücher, aber auch Sarrazin und Buschkowsky. Nicht, weil er deren Ansichten teile, sondern weil er wissen wolle, „wie die ticken“. Wenn sie pauschal urteilen, kann sich Klaus Brandt wieder richtig aufregen.

Brandt wurde von Leukämie geheilt

Klaus Brandts Engagement für Kranke und Schwache hat viel mit seiner eigenen Geschichte zu tun, denn der 75-Jährige hat am eigenen Leib erfahren, was das bedeutet. Am 7.7.1988 – das Datum wird er nie vergessen – erfuhr Brandt, dass etwas mit seinem Blutbild nicht stimmte. Er hatte Leukämie.

Drei Chemotherapien und zwei Behandlungen mit dem eigenen Knochenmark, das zuvor gereinigt worden war, halfen nicht. Es kam zum Rückfall. „Sie haben nur wenige Wochen, wenn es gut geht, ein Jahr“, sagten die Ärzte. Dann las Brandt in einer Zeitschrift von einer Spezialbehandlung in Seattle (USA) und nahm Kontakt mit dem zuständigen Professor auf. Schließlich bekam er in London eine Knochenmarkspende und wohnte – wegen der Nachbehandlung – längere Zeit in der britischen Hauptstadt.

Die Knochenmarkspenderin lernte er später kennen, bis heute haben beide Kontakt. Die harte Therapie habe einige Schäden an seinem Körper hinterlassen, sagt Klaus Brandt, aber: „Ich habe viele geschenkte Jahre bekommen.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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