Eigentümer kann Brandschutzauflagen nicht erfüllen

Veranstaltungsgelände: Borkener Kraftwerk ist für eine Million Euro zu haben

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Soll verkauft werden: Das Gelände mit den übriggebliebenen Gebäuden des früheren Kraftwerks in Borken, hier bei einem Tuning-Treffen.

Borken. Richard Rode gibt auf: Der Eigentümer des alten Kraftwerks in Borken will das Industriegebäude verkaufen. Eine Million Euro möchte er dafür haben.

Noch im vorigen Sommer hatte er Kapitalanleger für den Senioren-Freizeitpark gesucht, den er anbieten wollte: Er war sich sicher, dass Geldgeber finanziell von einem „Freizeitpark mit überregionaler Strahlkraft“ profitieren würden.

Richard Rode

Nun hat sich die Situation deutlich geändert. Grund für den Richtungswechsel seien vor allem die Brandschutzauflagen. Die könne er nicht erfüllen, sagt Rode. Mindestens 80 000 Euro müsse er investieren, um die Auflagen zu erfüllen. DenSeniorenfreizeitpark musste er aus Sicherheitsgründen schließen. Dabei habe er dafür täglich Anfragen von Reiseunternehmen. Der 74-Jährige kann nicht verstehen, dass er in seiner Situation keine Unterstützung von der Stadt erhalte: Die stecke viel Geld in „Pseudomuseen“ wie das Freilichtmuseum Kohle und Energie und ins Bergbaumuseum, lasse ihn aber hängen. Auch wenn er kein Geld von der Stadt erwarte, dann doch wenigstens Hilfe beim Beantragen von Fördergeld. Das entspreche nicht der Wahrheit, sagt Stadtsprecher Siegfried Bank: Die Stadt habe bereits im Frühjahr 2015 eine Liste mit Förderprogrammen vorgelegt und auch den Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Landkreises geknüpft. Rode habe diese Möglichkeiten aber nicht genutzt.

Rodes Aussage, dass es sich bei den Borkener Museen um Pseudoeinrichtungen handele, weist Bank scharf zurück. Zum einen hätten die Museen im Vergleich zum Seniorenpark Sinn, Struktur und Konzept, zum anderen verkörperten sie die lange Tradition der Energiegewinnung in Borken.

Landrat: Es gibt keine neuen Auflagen

Der Landkreis weist die von Richard Rode erhobenen Vorwürfe zurück. Für die bisher genutzten Teile des Kraftwerks gebe es keine neuen, zusätzlichen Brandschutzauflagen, erklärte Landrat Winfried Becker gegenüber der HNA.

Auch den Vorwurf mangelnder Unterstützung will er nicht gelten lassen. Rode habe bisher nie einen Antrag auf Förderung beim Schwalm-Eder-Kreis gestellt.

Für die Stadt Borken erklärte deren Sprecher Siegfried Bank, man unterstütze Richard Rode durchaus und weise auf die Veranstaltungen im Kraftwerk hin. Eventuelle Auflagen zum Brandschutz seien aber Sache des Landkreises.

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Quelle: HNA

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