Verbleib bei G8 verärgert die Eltern

Wilhelm-Filchner-Schule will zurück zum verlängerten Abitur

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Wolfhagen. Die Abkehr der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen vom verkürzten Abitur G8 gilt als wahrscheinlich. Schüler, Eltern und Lehrer haben sich in ihren Gremien ganz klar für eine Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2013/14 ausgesprochen.

Die Schulleitung will nach Beschluss der heutigen Schulkonferenz einen Antrag beim Schulamt stellen und der Kreistag könnte bereits in seiner Sitzung am 11. Dezember darüber entscheiden. Dessen ungeachtet ist eine Debatte darüber entbrannt, wie die jetzigen fünften und sechsten Klassen auf das Abitur vorbereitet werden sollen. Müssen sie beim G8 bleiben oder können sie zum neunjährigen gymnasialen Bildungsgang G9 wechseln?

Für Schulleiterin Rita Schmidt-Schales ist der Fall klar: Nur wenn alle Eltern der Fünft- und Sechstklässler einer Umwandlung in G9 zustimmten, wäre ein Wechsel möglich. „Eine Mehrheitsentscheidung reicht nicht“, sagt die Rektorin und stützt ihre Aussage auf das Schulgesetz. Kommenden Dienstag wird es für die Eltern eine Informationsveranstaltung geben, bei der sie vertraulich ihre Stimme für oder gegen G8 abgeben können. Wer an dem Abend verhindert ist, habe die Möglichkeit, sein Kreuz auf einem Zettel zu setzen, den die Schüler ihren Eltern übergeben haben. Anhand von Listen werde sicher gestellt, dass keine Eltern durchs Raster fallen.

Die Eltern der jetzigen Fünft- und Sechstklässler hätten ihren Nachwuchs bewusst für G8 angemeldet. Denen gegenüber müsse die Filchner-Schule verlässlich sein, sagt Schmidt-Schales. Ganz anders argumentieren Elternvertreter. So habe es in einer der fünften Klassen ein deutliches Votum für eine Rückkehr zu G9 gegeben. Von 29 Eltern hätten sich 28 für eine Abkehr von G8 ausgesprochen. Da könne man mit dem Kriterium der Verlässlichkeit nicht mehr argumentiern.  

Mehr zum Thema: Einige wollen klagen

Verbleib bei G8 verärgert die Eltern Wolfhagen. Dass die Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule zu G8 zurückkehrt ist so gut wie sicher. Die heutigen Gymnasiasten werden davon wohl nicht mehr profitieren. Wie aus dem Kulturministerium zu hören war, haben lediglich die fünften Klassen eine geringe Chance, noch auf den G9-Zug aufzuspringen. Voraussetzung: Bei der Abstimmung sprechen sich 100 Prozent der Eltern für G9 aus. Jana Schröder ist Elternsprecherin aus einer der fünften Klasse. In ihrer Klasse hätten sich 90 Prozent der Eltern für G9 ausgesprochen. Es sei undemokratisch, wenn man bei G8 bleibe. Schließlich hätten auch die Lehrer als Profis ein klares Votum gegen G 8 abgegeben. Es gebe in ihrer Klasse Eltern, die ihre Kinder ein Schuljahr wiederholen lassen wollen, wenn G 9 nicht durchkomme. In einer anderen Fünf stimmten 28 Eltern für G 9, einer wollte G 8. Thomas Lindemann, Elternsprecher dieser Klasse, kann nicht verstehen, warum eine Mehrheit nicht gehört wird. „Das ist jenseits meines demokratischen Vorstellungsvermögens.“ Einige Eltern hätten angekündigt, bei einem Abstimmungsergebnis pro G 8, gegen die Wilhelm-Filchner-Schule zu klagen, erklärte Thomas Lindemann.

Hintergrund

Regelung im Schulgesetz Das Hessische Schulgesetz sieht einen Wechsel der jetzigen Fünftklässler des G8-Zweiges zu G9 nur unter bestimmten Voraussetzungen vor, sagt Christian Henkes, Sprecher des Kultusministeriums. Die Gremien müssten die fraglichen Beschlüsse fassen und diese dem Schulamt vorlegen. „Die Beschlüsse müssen einstimmig sein.“ So soll gewährleistet werden, dass der Pakt gültig bleibt, der zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen Eltern und Schule geschlossen wurde. Laut Henkes müssten die sechsten Klassen bei G8 bleiben. In der nächsten Woche will der Landtag über eine Gesetzesänderung abstimmen. Dann soll eine Mitnahme „laufender“ Klassen ausgeschlossen werden. (ant)

Quelle: HNA

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