Streit um Wasserverbands-Arbeitskreis

Baumschnitt im September war Einzelfall 

Zierenberg. Der Streit um angeblich mangelhafte und verbotswidrige Gehölzpflegearbeiten des Hessischen Wasserverbandes Diemel geht weiter. Wie wir berichtet hatten, will die Stadt Zierenberg aus dem Verband austreten und die Pflegearbeiten künftig in Eigenregie übernehmen.

Die Fraktion der Unabhängigen Wähler (UFW) in Zierenberg hatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag gestellt, gespickt mit diversen Kritikpunkten an der Arbeit des Wasserverbandes.

Vizelandrätin und Verbandsvorsteherin Susanne Selbert widersprach den Vorwürfen vehement: „Die Kritik der Unabhängigen Freien Wähler Zierenberg an der Arbeit des Hessischen Wasserverbandes Diemel ist vollkommen unberechtigt.“

„Hier ist Frau Selbert leider falsch und unzureichend informiert“, schreibt Dr. Bärbel Mlasowsky in einer Pressemitteilung. Die mangelhafte Qualität und Quantität der Arbeiten des Wasserverbandes sei von keiner Zierenberger Fraktion in den vergangenen Jahren bestritten worden. Mlasowsky verweist in diesem Zusammenhang auch auf ein Schreiben des Stadtverordneten Sven Hugk an die Obere Naturschutzbehörde. Darin geht es um Gehölzschnittmaßnahmen, die von Ende August bis Mitte September während der Verbotszeit des Naturschutzgesetzes zwischen Zierenberg und Oberelsungen sowie Wolfhagen und Niederelsungen ausgeführt worden sind. Dies wird mit entsprechenden Fotos dokumentiert.

„Eingriff war Einzelfall“

Diesen Vorfall hat der Pressesprecher des Landkreises, Harald Kühlborn, inzwischen bestätigt. Der Eingriff während der Verbotszeit sei jedoch ein Einzelfall gewesen, bei dem man auf die Belange der Landwirtschaft habe Rücksicht nehmen wollen. „Der Ortslandwirt hat dem Wasserverband nur ein Zeitfenster in den ersten beiden Septemberwochen nach der Ernte einräumen können, um an die Bachläufe zu gelangen.“ In dieser Zeit hätte sich der Verband jedoch hauptsächlich um Windbrucharbeiten gekümmert, die nicht verboten seien. „Allerdings hat es auch einzelne Baumschnittmaßnahmen gegeben, die zu einer anderen Zeit nicht möglich gewesen wären“, räumt Kühlborn ein.

Sämtliche weitere Kritik am Wasserverband sei unberechtigt. Weiter glaubt Kühlborn nicht, dass die Stadt künftig Geld spart: „Innerhalb einer Fünf-Jahres-Frist bekommen die Kommunen mehr Leistungen heraus, als sie in den Wasserverband einbezahlt haben.“

Da der Zierenberger Bürgermeister sich derzeit im Urlaub befindet, war von Seiten der Stadt zu dem Thema keine Stellungnahme zu erhalten.

Gesprächstermin

Inzwischen haben UFW und Selbert einen gemeinsamen Gesprächstermin im April vereinbart, um die Kritikpunkte zu besprechen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare