Verdi-Oper Aida lockte 700 Menschen auf den Ziegenhainer Paradeplatz

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Amneris, Tochter des Pharaos: Elena Chavdarova-Isa füllte die Rolle meisterhaft aus, hier zu sehen in einer Szene mit ihren Dienerinnen am Hof.

Ziegenhain. Ein Hauch Ägypten wehte am Samstagabend mit der warmen Sommerluft über den Paradeplatz in Ziegenhain: Nach Nabucco im vergangenen Jahr war abermals eine Open-Air-Inszenierung vor der markanten Fachwerkkulisse zu sehen.

Die Verdi-Oper Aida lockte 700 Besucher an. Veranstalter war RGV Events zusammen mit der Stadt Schwalmstadt. Einziger Wermutstropfen: Die Bestuhlung war mit 1100 doch recht großzügig, so dass viele Plätze leer blieben. Doch nicht zuletzt erwies sich die Festung als tolle Kulisse für das dreistündige Spektakel.

Tolle Kulisse: Der Paradeplatz war ein wunderschöner Rahmen für die Bühne und das 110-köpfige Ensemble, das eigens aus Bulgarien angereist war.

Ein 110-köpfiges Ensemble war aus Bulgarien in die Schwalm gereist: Symphonieorchester, Chor und Ballett aus Plovdiv unter der künstlerischen Leitung von Dr. Andreev begeisterten mit einer klassischen Inszenierung. Die Regie oblag von Nadja Hristozova. Das Orchester dirigierte Maestro Nayden Todorov.  

Die Akteure ließen das alte Ägypten zur Zeit der Pharaonen auferstehen: In die Rolle der äthiopischen Königstochter Aida, die als Sklavin verschleppt wurde, schlüpfte Elena Baramova. Die an der Nationalen Musikakademie in Sofia ausgebildete Künstlerin überzeugte mit ihrer klaren und sehr nuancierten Stimme. Elena Chavdarova-Isa agierte als Kontrahentin Amneris, Tochter des Pharaos. Besonders beeindruckend wirkten die markanten, stimmgewaltigen Duelle. Denn beide Frauen einte die Liebe zu Feldherr Radames.

Stoyan Daskalov zeigte in der Rolle des heroischen Radames sein volles Können. Er ist heute der erfolgreichste Tenor Bulgariens und gern gesehener Gast auf internationalen Bühnen. Faszinierend präsentierte sich auch Bariton Alexander Krunev, er spielte Amonasro, Vater Aidas. Besonders eingängig verfolgten die Zuhörer das Zwiegespräch zwischen Vater und Tochter. Immer wieder honorierten die Besucher die Inszenierung mit Szenenapplaus. Berauschend waren auch die Tänzer, die grazil über die Bühne schwebten.

Verdi-Oper Aida: Ein Stück Ägypten in Ziegenhain

Und so erlebten die Zuhörer eine klassische und überaus hochwertige Inszenierung der Verdi-Oper. In der Pause wurde geplaudert und auf den Abend angestoßen.

Das Open-Air-Erlebnis auf dem Paradeplatz soll nicht das letzte gewesen sein: Für das kommende Jahr ist die Aufführung der Carmina Burana im Gespräch.

Quelle: HNA

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