Dorferneuerung Schorbach: Geld für Spielplatz ist noch nicht freigegeben

In die Jahre gekommen: Ansicht des heutigen Spielplatzes am DGH Schorbach.

Ottrau. Als eine Gruppe Schorbächer am Dienstag gegen 21.20 Uhr mit langen Gesichtern den Rathausaal verließ, war klar: Um den Fortgang Dorferneuerung in ihrem Ort gibt es Meinungsverschiedenheiten.

Ortsvorsteher Jürgen Kurz hinterließ noch seine schriftliche Kündigung an den Gemeindevorstand. Der Ortsvorsteher will nicht länger Vize-Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung sein. Sein Amt als Ortsvorsteher will Kurz aber nicht hinwerfen, stellte er im Gespräch mit unserer Zeitung klar.

Und worum dreht sich der Streit? Schorbach wurde 2009 ins Programm Dorferneuerung aufgenommen. Ein Arbeitskreis hat vielfach getagt, und dieses Jahr sollte nun der betagte Spielplatz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus modern gestaltet werden. Ein Posten von 80 000 Euro fand Aufnahme im Haushaltsentwurf 2012, versehen allerdings mit einem Sperrvermerk, und in der Debatte über den Haushalt unterstrichen die stimmenmäßig überlegenen Fraktionen von SPD und Unabhängigen Wählern, dass sie in Anbetracht der kommenden Pflichtaufgaben und des Schuldenstandes auf die gesonderte Abstimmung über das Projekt und seine Kosten nicht verzichten wollen, sondern auf dem Sperrvermerk bestehen. Skeptisch sind in diesem Punkt die anderen beiden Fraktionen von CDU und Freien Wählern sowie der Arbeitskreis Dorferneuerung. „Es ist kein Wille zu erkennen, dass das Projekt umgesetzt werden soll“, sagte Jürgen Kurz auf Anfrage der HNA. Er beklagt, dass Vertreter von SPD und UWG nicht an einer Präsentationssitzung teilgenommen hätten. Er fürchte, dass nun nichts geschehe, „es kann doch nicht sein, dass über jedes Spielgerät einzeln abgestimmt wird“. Dabei winke eine 60-prozentige Förderung durch das Land.

UWG-Sprecher Heiner Stumpf sah es anders. Er erinnerte daran, dass sich das Gemeindeparlament bereits in der vorigen Legislatur entschieden habe, dass „künftig die geplanten Einzelprojekte von der Gemeindevertretung geprüft und abgesegnet werden“. Die Erwartungen der zweifellos sehr engagierten Gruppe, der Planung „im Vorbeigehen zuzustimmen, werden wir nicht erfüllen können“, so Stumpf. Vor einer Freigabe müsse es eine „kritische Würdigung“ des Projekts Kinderspielplatz geben.

Gelegenheit dazu wird bei einer Arbeitskreissitzung am 26. März sein, zu der Vertreter der Mehrheitsfraktionen erwartet werden. Den Anträgen von CDU und FWG, auf den Sperrvermerk zu verzichten, erteilten SPD und UWG erstmal eine Absage.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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